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Bundeswehr bestätigt Tierversuche: 3300 Tiere in der Forschung getötet

zuletzt aktualisiert: 11.12.2008 - 14:11

Berlin (RPO). Die Bundeswehr überrascht mit einem Statement, nachdem sie Tierversuche einräumt: Die deutsche Armee hat seit 2004 zur Erforschung der Auswirkungen von biologischen und chemischen Waffen tausende Tierversuche durchführen lassen.

Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine Aufstellung des Verteidigungsministeriums berichtet, starben bei den Tests mindestens 3.300 Tiere, darunter auch 18 Makaken-Affen.

Sie seien bei Versuchen zur Vorbeugung und Therapie von Infektionen mit Pockenviren getötet worden, ebenso wie 500 Mäuse, 20 Kaninchen und zwölf Meerschweinchen, berichtet das Blatt. Die Bundeswehr habe auch Tierversuche mit Erregern von Milzbrand, Ebola, Kongo-Fieber und dem chemischen Kampfstoff Schwefel-Lost durchführen lassen.

Insgesamt wurden dem Bericht zufolge bei den Tierversuchen der Wehrforscher seit 2004 mindestens 2.220 Mäuse, 706 Meerschweinchen, 276 Ratten, 84 Kaninchen, 76 Schweine und 18 Makaken getötet.

Das Verteidigungsministerium bestätigte der Zeitung die Tierversuche. Im Rahmen der Wehrmedizin würden mit den Tests "diagnostische Verfahren entwickelt sowie Forschungsvorhaben insbesondere zur Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Mensch oder Tier" durchgeführt, zitiert die Zeitung aus einer Stellungnahme des Parlamentarischen Staatssekretärs im Verteidigungsministerium, Thomas Kossendey (CDU).

Kritik von Tierschützern

Der Bundesverband der Tierversuchsgegner kritisierte die Geheimhaltung der Bundeswehr bei Tierversuchen und forderte einen Verzicht auf die Tests. Die stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, Christiane Baumgartl-Simons, sagte: "Tierversuche in der Bundeswehr müssen ebenso wie die anderen Tierversuche öffentlich gemacht werden. Wenn es leider noch immer zum Schutz der Bevölkerung notwendig ist, Verfahren zu entwickeln und Mittel zu testen, so muss dies mit tierversuchsfreien Verfahren geschehen."

Quelle: AP

 
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