Sonne über Deutschland: 38 Grad: Neuer Wärmerekord für 2007
zuletzt aktualisiert: 16.07.2007 - 17:10Frankfurt/Main (RPO). Jetzt ist der Sommer endlich da, und zwar richtig: In ganz Deutschland liegen die Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke. Doch der Hitzerekord aus dem Supersomme 2003 ist nicht in Gefahr. Denn der Höhepunkt der Hitzewelle ist bereits überschritten. Gereicht hat es aber für einen neuen Wärmerekord 2007.
Mit 38 Grad Celsius in der Ortschaft Holzdorf in Sachsen-Anhalt direkt an der Grenze zu Brandenburg wurde nach Angaben von Meteorologen am Nachmittag ein neuer Wärmerekord für dieses Jahr gemessen. Vielerorts in Deutschland stieg das Thermometer auf weit mehr als 30 Grad. Erfrischend war es am Montagmittag mit 12,4 Grad auf der 2960 Meter hoch gelegenen Messstation auf der Zugspitze. Am Sonntag war Temperatur-Spitzenreiter mit 37,4 Grad Sinsheim in Baden-Württemberg. Der bisher gemessene Hitzerekord von 40,2 Grad in Karlsruhe und in Freiburg aus dem Jahrhundertsommer 2003 wurde aber nicht erreicht. Meteorologe Olaf Pels Leusden sagte in Offenbach, damit sei jedoch bereits der Höhepunkt erreicht. In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen langsam zurückgehen.
Dass der Osten und Südosten die wärmste Ecke Deutschlands wird, hatte sich bereits in der Nacht abgezeichnet: Der bundesweit höchste Wert war in der sächsischen Gemeinde Kubschütz bei Bautzen mit 26 Grad gemessen worden. Ähnlich hohe Temperaturen wurden von den Wetterstationen am Flughafen Dresden, in Nossen und Chemnitz mit 24 Grad gemeldet. Im Berliner Raum blieb das Thermometer bei 22 Grad stehen. Selbst im 450 Meter hohen Mittelstadt im Odenwald seien es 23 Grad gewesen, sagte Meteorologe Leusden. Die deutschlandweit niedrigsten Werte hingegen gab es dem DWD-Experten zufolge auf der Zugspitze mit 8 Grad und in Oberstdorf mit 12 Grad.
Die Temperaturen von weit über 30 Grad bescherten vielen Kindern in Bayern und Baden-Württemberg hitzefrei. Nach Angaben des Kultusministeriums wurde am Vormittag an Schulen der Unterricht vorzeitig beendet. Kinder litten an Kopfschmerzen oder seien unkonzentriert, hieß es.
Die extremen Temperaturen belasten selbst die Tiere des Zoologischen Gartens in Berlin. Die Reaktionen der Tiere auf die drückende Hitze gleichen denen des Menschen, wie der Tierarzt des Zoos, André Schüle, sagte. "Wie in der freien Wildbahn liegen unsere Löwen auch nicht in der prallen Sonne, sondern suchen Schattenplätze auf." Die Eisbären verbrächten "die meiste Zeit des Tages im Wasser, um ihre Körpertemperatur zu regulieren", sagte Schüle. Lediglich die Königspinguine könnten bei dem Wetter nicht nach draußen. Sie werden stattdessen in einem "überdimensionalen Kühlschrank" gehalten, in dem zwischen vier und acht Grad Celsius herrschen.
Die hohen Temperaturen werden zur Wochenmitte aber wieder vorbei sein. Michael Klein vom Wetterservice Donnerwetter.de erwartet, dass es auch erst einmal so weiter geht: "Wir haben in diesem Jahr einen wechselhaften Sommer erwischt, wie er für Deutschland häufig typisch ist." Zwischendurch werde es immer mal wieder kurz sommerlich warm sein, kündigte der Experte zugleich an. "Jetzt hoffen wir, dass der August längere Zeit beständig sommerlich bleibt."
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