Schmuggelware: 400.000 Zigaretten in Giftfässern versteckt
zuletzt aktualisiert: 08.04.2009 - 17:53Frankfurt/Oder (RPO). Zollbeamte an der Autobahn 12 bei Frankfurt (Oder) haben am Dienstagabend einen großen Fang gemacht. In einem ukrainischen Lastwagen entdeckten die Beamten Giftfässer mit rund 400.000 Schmuggelzigaretten.
Bei einer Kontrolle des Lastzugs an der Röntgenanlage auf dem Parkplatz Frankfurter Tor stellten die Beamten Unregelmäßigkeiten in der Ladung fest, wie Steffen Schreck vom Hauptzollamt Frankfurt (Oder) berichtet. Die Zöllner ließen das Fahrzeug öffnen und stießen schon im ersten der insgesamt 92 geladenen Fässer auf Zigaretten.
"Um die Kollegen nicht zu gefährden, entschlossen wir uns, die Feuerwehr zu holen", erzählt ein Zöllner, der in der Nacht dabei war. Angesichts des Gefahrguts und giftiger Ausgasungen begann die Feuerwehr in Vollschutzkleidung zu entladen. Doch für eine solch große Menge reichte auch ihre Ausrüstung nicht aus. Schließlich wurde eine Spezialfirma beauftragt, die die Fässer auf ihrem Betriebsgelände mitten im Wald öffnet.
Nach bisherigen Erkenntnissen waren die Zigaretten mit der giftigen Ladung kontaminiert und sollten dennoch auf dem Schwarzmarkt verkauft werden, wie Norbert Scheithauer vom Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg sagt. Er bezeichnete die Schmuggelware als Sondermüll. Der Lkw war Richtung Holland unterwegs. Möglicherweise seien die Zigaretten für Nordrhein-Westfalen bestimmt gewesen, neben Berlin und Hamburg einem der Hauptzielgebiete in Deutschland. Darauf deutet der Mautausdruck hin.
Der gefährliche Transport zeigt nicht nur, dass die Schmuggelbanden immer raffiniertere Verstecke auswählen und dabei kaum Rücksicht auf die Gesundheit derer nehmen, die mit den Zigaretten in Berührung kommen. Der Fund sei auch eine Warnung, dass der Zoll überall hinschaue und auch vor der Kontrolle von Gefahrguttransporten - in denen Zigaretten eigentlich kaum vermutet werden - nicht zurückschrecke, sagt Zollsprecher Schreck.
Wie viele Zigaretten zwischen der gesundheitsgefährdenden Ladung transportiert wurden, war zunächst unklar. Einer der beiden zunächst festgenommenen ukrainischen Fahrer sprach von 370 000 Stück. Genau werden das die Zöllner erst wissen, wenn alle Fässer kontrolliert wurden.
Das werde wohl noch bis in die Nacht dauern, sagt Scheithauer. Immerhin wiege jedes der 92 Fässer um die 200 Kilogramm. Sollte sich die Zahl bestätigen, sei mit dem Fund ein Steuerschaden von über 64 000 Euro verhindert worden.
Die beschlagnahmten Zigaretten werden nach Zollangaben wegen der Kontaminierung nicht den üblichen Weg in die Asservatenkammern der Zollbehörde gehen. Sie werden in einem silbernen Spezialcontainer fachgerecht zwischengelagert und sollen baldmöglichst vernichtet werden.
Die beiden Ukrainer werden ihre Fahrt mit den Fässern Richtung Niederlande fortsetzen. Gegen sie wurde in Deutschland ein Steuerverfahren eröffnet, wie Scheithauer sagt. Sie müssen mit einer Geldstrafe rechnen und die Steuerschuld begleichen.
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