Fall Kardelen: 500 Hinweise bringen Polizei nicht weiter
zuletzt aktualisiert: 22.01.2009 - 17:26Paderborn (RPO). Die Paderborner Polizei arbeitet Tag und Nacht, um den Mörder der achtjährigen Kardelen zu finden. Vorwärts kommen die Beamten aber nicht - und das, obwohl bereits mehr als 500 Hinweise eingegangen sind. Immer noch suchen die 50 Beamten der Soko "Kardelen" Menschen, die das Mädchen nach ihrem Verschwinden am 12. Januar noch lebend gesehen haben.
An diesem Tag war die Grundschülerin von ihren Eltern als vermisst gemeldet worden. Ihre Leiche wurde am 15. Januar in einer Tannenschonung am Möhnesee im Sauerland gefunden. Laut Staatsanwaltschaft wurde das Kind missbraucht und erstickt.
Am Tag ihres Verschwindens hatte Kardelen am Mittag die Wohnung ihrer Eltern in Paderborn verlassen, um mit einer Freundin zu spielen. Etwa eine halbe Stunde später war sie zum letzten Mal gesehen worden. Zwei Tage später hatten Zeugen an der Staumauer des Möhnesees die teilweise zerrissene Kleidung der Grundschülerin gefunden. Bei der anschließenden Suchaktion wurde die unbekleidete Kinderleiche entdeckt.
Am Donnerstag suchten Beamte der Bielefelder Einsatzhundertschaft nochmals das Gelände des Nordufers des Stausees intensiv nach Spuren ab. Die Mordkommission hatte den Einsatz veranlasst, nachdem durch eine Rekonstruktion belegt werden konnte, dass der Täter beim Wegwerfen der Kleidung aus einem Auto ausgestiegen oder zu Fuß an der Kreisstraße 8 unterwegs gewesen sein dürfte.
Die aktuelle Wetterprognose mit Sturm und Regen habe es nötig gemacht, die Suchaktion zügig durchzuführen, erklärte der Polizeisprecher weiter. Neue Erkenntnisse für die Aufklärung der Tat habe sie allerdings nicht gebracht.
Inzwischen haben sich die Eltern des ermordeten Mädchens für das Engagement der Polizei bedankt. "Die deutschen Polizisten waren Tag und Nacht mit uns. Sie haben sogar mit uns gebetet, als wären sie Muslime", sagte der Vater der türkischen Tageszeitung "Sabah" (Mittwochausgabe). Er habe großes Vertrauen in die deutsche Polizei und sei sicher, dass sie den Täter fassen werde, betonte der Vater.
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