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500 Jahre Reinheitsgebot
Die Wahrheit über die Deutschen und das Bier

Fotos: Diese Promis feiern mit Bier und Brezel
Fotos: Diese Promis feiern mit Bier und Brezel FOTO: dpa, udu sab
München. Wie viel Liter kippen wir Deutschen jährlich in unseren Körper? Wie groß ist der Abstand auf Wein und Milch? Welche Biersorten sind die beliebtesten. Ein paar Dinge sollte man zum 500. Jubiläum des Reinheitsgebots schon wissen.

Der Verbrauch

Es ist und bleibt das alkoholische Volksgetränk Nummer eins: Rund 107 Liter Bier trank statistisch betrachtet im vergangenen Jahr im Durchschnitt jeder Deutsche - Kinder, Greise und Abstinenzler mit eingerechnet. Rund um das 500. Jubiläum des Reinheitsgebots scheint die Liebe der Deutschen zum Bier trotz eines Umsatzrückgangs ungebrochen.

Der Trend

Die rund 107 Liter in 2015 bedeuten einen in etwa unveränderten Konsum gegenüber dem Vorjahr. Damit trinkt jeder Deutsche rechnerisch gute 20 Liter mehr Bier als Milch pro Jahr. Seit einigen Jahren trinken die Deutschen allerdings immer weniger Bier: Vor zehn Jahren waren es noch mehr als 115 Liter pro Kopf, vor zwanzig Jahren sogar über 135 Liter. Bier ist damit das mit Abstand beliebteste alkoholische Getränk, gefolgt vom Wein, der mit etwas mehr als 20 Liter Konsum seinen Absatz in den vergangenen Jahren steigern konnte.

Flasche oder Dose?

Die Deutschen kaufen zunehmend Bier in Dosen. Der Absatz wächst kontinuierlich und stieg im vergangenen Jahr um 29 Prozent auf 263 Millionen Liter, wie Marcus Strobl vom Marktforschungsunternehmen Nielsen am Freitag sagte. "Der Erfolg der 0,5-Liter-Dose wird maßgeblich über die Discounter getrieben", erklärte Strobl. "Wir beobachten, dass viele Jüngere die Dose zunehmend bevorzugen. Das liegt auch daran, dass ihnen diese durch Energy-Drinks bekannt ist." Für die Brauereien seien Dosen außerdem logistisch einfacher zu handhaben.

Die Sorten

Das eher herbe Pils trifft den Geschmack am ehesten. Mehr als die Hälfte der verkauften Biere sind Pilsener Brauart. Es folgen mit großem Abstand Export- und Weizenbiere. Die größten Steigerungsraten konnten zuletzt das vor allem in Bayern verbreitete Helle sowie alkoholfreie Sorten verzeichnen. Beim alkoholfreien Bier gibt es keine Pils-Übermacht - alkoholfreies Weizenbier ist fast genauso beliebt.

Die Zutaten

Hopfen und Malz, Wasser und Hefe. Malz wird mit Wasser vermengt, damit es keimt. Danach wird das Grünmalz ähnlich dem Rösten von Kaffee in der Darre getrocknet. Hopfen sorgt für den mehr oder weniger bitteren Geschmack. Zudem beeinflusst er die Schaumkrone und erhöht die Haltbarkeit. Hefe verwandelt bei der Gärung den Malzzucker in Alkohol, Kohlensäure und Wärme. Wasser, seien wir ehrlich, ist der Hauptbestandteil. 

Die Brauereien

Bierbrauen ist in. Die Zahl der Brauereien in Deutschland erhöhte sich binnen zehn Jahren um 107 auf 1388 Brauereien, die über 5500 Biermarken produzieren. Während das große Geschäft in den Händen der auch durch die Werbung dominierenden Marken liegt, wächst vor allem die Zahl der sogenannten Mikrobrauereien. Diese nur für einen Jahresausstoß bis tausend Hektoliter stehenden kleinen Brauereien und Gasthausbrauereien machen inzwischen die Hälfte der Betriebe aus.

Primus Bayern

In Bayern wurde nicht nur das Reinheitsgebot verfasst, der Freistaat hat mit 626 Brauereien auch mit Abstand die meisten unter den Bundesländern. Es folgen Baden-Württemberg mit 190 Braustätten und das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 125 Braustätten. Die wachsende Zahl der Mikrobrauereien führt in manchen Ländern zu sprunghaften Anstiegen. So verdoppelte sich in Berlin und Brandenburg die Zahl der Brauereien seit der Jahrtausendwende von 31 auf 62.

Steuern

Die Steuereinnahmen in Deutschland sprudeln - aber nicht beim Bier. Während bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in den vergangenen Jahren erhebliche Mehreinnahmen bei den Steuern eingingen, gab es bei der Biersteuer einen Rückgang. Im Jahr 2007 flossen noch 757 Millionen Euro an den Bund, im vergangenen Jahr nur noch 676 Millionen Euro. Eine Erhöhung der Biersteuer ist dennoch nicht geplant.

(pst/AFP/dpa)
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