Raffinerie in Brandenburg: 60 Tonnen Benzin nach Bahnunfall ausgelaufen
zuletzt aktualisiert: 14.04.2009 - 08:05Schwedt (RPO). Nach einem Bahnunfall sind auf dem Gebiet einer Raffinerie in Brandenburg 60 Tonnen Benzin ausgelaufen. Teilweise gelangte das Benzin ins Grundwasser. Die Feuerwehr versuchte mit einem Schaumteppich, den Schaden einzudämmen. Die Unfallursache ist noch unklar.
Ein Zug mit insgesamt 24 Waggons setzte sich aus noch ungeklärter Ursache am Montagabend in Bewegung, zwei davon konnten nicht mehr aufgehalten werden, teilte die Raffinerie PCK am Dienstag in Schwedt mit. Einer der Kesselwagen wurde laut Polizei gegen eine Brücke gedrückt und beschädigt. Verletzt wurde niemand. Es bestand zwischendurch aber hohe Explosionsgefahr. Das Ausmaß von Umweltschäden war zunächst nicht genau absehbar.
Der Unfall ereignete sich hinter dem Rangierbahnhof der Raffinerie nahe der polnischen Grenze auf einem Gebiet, das noch zu dem Unternehmen gehört, sagte PCK-Sprecherin Vica Fajnor. Die ausgetretene Ladung aus dem leckgeschlagenen Waggon entspricht nach ihren Worten einer Menge von rund 80.000 Litern.
Nach Angaben des Umweltamts der zuständigen Kreisverwaltung Uckermark in Prenzlau floss ein Teil davon ins Grund- und Oberflächenwasser. Laut Amtsleiter Ehrenfried Hartwig gab es zunächst aber keine Hinweise darauf, dass Benzin in die Welse, einen Nebenfluss der Oder, gelangt ist. Die Unfallstelle befindet sich in der Nähe des Nationalparks Unteres Odertal mit einer Größe von rund 10.500 Hektar.
Private Brunnen sollen vorerst nicht benutzt werden
Für die Bevölkerung besteht laut Hartwig jedenfalls keine Gefahr. Allerdings seien die Menschen in der Umgebung aufgerufen worden, private Brunnen vorerst nicht zu benutzen. Die Trinkwasserversorgung sei aber nicht betroffen. Wie groß das Ausmaß der Schäden für die Pflanzen- und Tierwelt ist, konnte er noch nicht sagen. Einsatzkräfte versuchten aber, restlichen Kraftstoff abzupumpen.
Die Raffinerie hat nach eigenen Angaben Fachfirmen beauftragt, um den Schaden aufzunehmen und die Bergung der Kesselwagen vorzubereiten. Kriminalpolizei und Kriminaltechniker ermittelten ebenfalls vor Ort. Die Unfallursache war am frühen Nachmittag nach wie vor unklar.
Undichter Waggon konnte nicht leergepumpt werden
Am Montagabend hatten bis zu 80 Bewohner die umliegenden Häuser verlassen müssen, sagte Polizeisprecherin Sandra Urland. Es wurde ein Sicherheitsradius von rund 300 Metern gezogen. Wegen der Gefahr von Funkenflug konnte der undichte Waggon nicht leergepumpt werden, so dass er komplett auslief. Die Feuerwehr versuchte, den Schaden mit einem Schaumteppich einzudämmen.
Die Explosionsgefahr war laut Polizei gegen 00.15 Uhr gebannt, lediglich ein Haus unmittelbar an der Bahnstrecke war zunächst noch gesperrt. Mittlerweile wurden auch die Straßensperren wieder aufgehoben. Die Aufräumarbeiten dauerten auch am Nachmittag noch an. In Schwedt steht eine der größten Raffinerien, die nach Unternehmensangaben 9,3 Prozent des in Deutschland eingesetzten Rohöls verarbeitet - oder jede zehnte in Deutschland eingesetzte Tonne.
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