Foto: ddp

Nach Selbstmord des Verdächtigen: Anwalt: Kein Erpressungsversuch gegen SchülerVZ

zuletzt aktualisiert: 03.11.2009 - 21:53

Berlin (RPO). Nach dem Selbstmord eines wegen Erpressung gegen das Online-Netzwerk SchülerVZ in Untersuchungshaft sitzenden 20-Jährigen in Berlin hat der Anwalt des Mannes die Anschuldigungen zurückgewiesen. Es gebe Hinweise darauf, "dass eine Erpressung nicht versucht wurde", teilte der Rechtsanwalt Ulrich Dost am Dienstag mit.

Dost sagte, dass seinem Mandanten durch Mitarbeiter des Unternehmens "ein unbeziffertes Zahlungsangebot gemacht worden sein" soll. In einem solchen Fall hätte dem Anwalt zufolge Zahlungsbereitschaft des Unternehmens vorgelegen, "die folglich nicht mit einer Drohung erzwungen werden musste".

Aus Sicht der Verteidigung stelle sich die Frage, ob das Unternehmen seinem Mandanten "ein Schweigegeld angeboten hat, um das Aufdecken von 'Sicherheitslücken' der Plattform in der Öffentlichkeit verhindern zu können". Die User seien das Kapital des Unternehmens, das sich vor allem über die Werbung finanziere. "Sinkt die Zahl der User, etwa durch negative Berichterstattung in den Medien, sinken auch die Werbeeinnahmen."

Die Netzwerke wiesen am Abend diese Darstellung zurück. Markus Berger-de León, CEO VZnet Netzwerke, teilte in Berlin mit, die Vorwürfe des Anwalts seien "ebenso unglaublich wie haltlos. Die Beurteilung und Handhabung des Falls lag und liegt aber bei den zuständigen Behörden." Gleichzeitig äußerten die Netzwerke ihre Bestürzung über diese Tragödie. "Wir sprechen allen Angehörigen unser tiefstes Beileid aus", hieß es.




Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann aus Erlangen vorgeworfen, von den VZnet Netzwerken (SchülerVZ, StudiVZ, MeinVZ) eine Zahlung in Höhe von 80 000 Euro gefordert oder andernfalls die Veröffentlichung zuvor von ihm ausgespähter Nutzerdaten angedroht zu haben.

Vor rund zwei Wochen war bekannt geworden, dass der SchülerVZ-Nutzer eine Vielzahl von Profilen aufgerufen und Kopien von Daten angelegt habe, darunter Name, Schule, Geschlecht, Alter, Profilfoto. Dem Internetblog netzpolitik.org wurden nach eigenen Angaben mehr als eine Million Datensätze zugespielt. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, mehr als 100 000 Datensätze aus dem Netzwerk netzpolitik.org erhalten zu haben, darunter auch sensible personenbezogene Daten von Teilnehmern, die ihre Daten in dem Netzwerk nur für Freunde sichtbar eingestellt hatten.

Quelle: DDP/can

 
Artikel der Rubrik Panorama
 
Verlinken Sie auf diesen ArtikelVerlinken Sie auf diesen Artikel
 
 
Autor: Segantini | 05.11.09 11:49 (1/1)
Ach, schau mal einer an
Da demonstriert also jemand, wie einfach es doch ist, sich die Daten von Millionen Jugendlichen zu verschaffen, und ist fair genug, das Unternehmen über die Schwachstelle zu informieren. Und...
Kommentar lesenswert? (4)   Weiterlesen und bewerten

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:



 
BLOGEINTRÄGE ZU DIESEM ARTIKEL

powered by
google
Fragen, Kritik, Ideen? Schreiben Sie uns!
FOTOSTRECKEN PANORAMA
Hier im Rheinland ist man, was den Karneval anbelangt, bereits eine Menge gewohnt. Mindestens genau so verrückt treiben es die Brasilianer. Doch haben sie den Vorteil, deutlich mehr nackte Haut zeige zu können, weil die jecke Zeit bei ihnen im Sommer stattfindet. Und dort sind nicht einmal die Tiere sicher. Wir zeigen Ihnen ein paar Beispiele.
Die jecken Tiere von Rio
Hier im Rheinland ist man, was den Karneval anbelangt, bereits eine Menge... mehr 
 
Hier im Rheinland ist man, was den Karneval anbelangt, bereits eine Menge gewohnt. Mindestens genau so verrückt treiben es die Brasilianer. Doch haben sie den Vorteil, deutlich mehr nackte Haut zeige zu können, weil die jecke Zeit bei ihnen im Sommer stattfindet. Und dort sind nicht einmal die Tiere sicher. Wir zeigen Ihnen ein paar Beispiele.
Die jecken Tiere von Rio
Hier im Rheinland ist man, was den Karneval anbelangt, bereits eine Menge... mehr 
Bei einer Gasexplosion in einem Kraftwerk in Connecticut an der US-Ostküste sind am Sonntag mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die genaue Zahl der Opfer steht noch nicht fest.
Explosion und Feuer im Gaswerk
Bei einer Gasexplosion in einem Kraftwerk in Connecticut an der US-Ostküste... mehr 
Hingucker-Protest zur ukrainischen Präsidentenwahl am Sonntag: Mitglieder der Aktivistinnengruppe Femen, die sich nach eigenen Angaben für soziale Rechte und politische Freiheiten einsetzt, protestieren gegen den Präsidentschaftskandidat Viktor Juschtschenko.
Nackter Protest gegen Janukowitsch
Hingucker-Protest zur ukrainischen Präsidentenwahl am Sonntag: Mitglieder... mehr 
Auch Philadelphia versinkt im Schneesturm.
Schwerer Schneesturm fegt über USA
Auch Philadelphia versinkt im Schneesturm. mehr 
 
Strom-Rechner

 kWh
TOP-SERVICES
IHR RP ONLINE
facebook Werden Sie unser Freund bei Facebook   Twitter Aktuelle News sowie Infos aus der Redaktion - direkt bei Twitter   Für Düsseldorf, Duisburg, Leverkusen, Solingen, Remscheid und Mönchengladbach haben wir Heimatprofile angelegt. Werden Sie unser Freund bei StudiVZ/MeinVZ
 


NEUE PARTNER
www.go-bilk.de
Dieses Stadtteilportal wendet sich an Interessierte die sich über Bilk, Medienhafen, Arcaden und den Stadtbezirk III informieren möchten.
mehr Infos
 
WEITERE AKTUELLE NACHRICHTEN VON RP ONLINE
 
 
 
 
 
Kalaydo stellen auto immobilien marktplatz inserieren
 
Aktuelles aus der Region Services Suche Videos
Einloggen Gast