Göttingen (RPO). Auseinandersetzungen zwischen Autonomen und der Polizei haben am Samstagnachmittag eine Demonstration in Göttingen überschattet. Mehrere Personen wurden nach Berichten von Augenzeugen festgenommen, mindestens zwei Demonstranten erlitten Verletzungen.
Bei Ausschreitungen in Göttingen kam es zu Festnahmen. Foto: AP
An der nicht angemeldeten Demonstration anlässlich des 20. Todestages der Göttinger Studentin Conny Weßmann beteiligten sich nach Polizeiangaben 1400 Menschen. Die Veranstalter sprachen von rund 2000 Teilnehmern.
Weßmann war am 17. November nach Auseinandersetzungen zwischen Neonazis und Linken auf der Flucht vor Polizisten auf eine vielbefahrene Straße gelaufen. Dort wurde sie von einem Auto überfahren. Autonome werfen der Polizei vor, Schuld am Tod der Studentin zu sein.
Die Polizei hatte am Samstag ein Großaufgebot in Göttingen versammelt. Seit den Mittagstunden kontrollierten Beamte die Ausweise und das Gepäck von mutmaßlichen Demonstranten. Die Einsatzleitung bestand zunächst auf der Benennung eines verantwortlichen Versammlungsleiters, was die Demonstranten jedoch verweigerten.
Die Polizei erlaubte schließlich einen Marsch vom Göttinger Marktplatz zu der damaligen Unfallstelle. Während des Aufzuges kam es mehrmals zu heftigen Rangeleien. Demonstrationsteilnehmer, die ihre Vermummung trotz Polizeiaufforderung nicht ablegten, wurden von Beamten eines Spezialkommandos festgenommen.
Quelle: DDP/top