Stuttgart (RPO). In Baden-Württemberg breitet sich das gefährliche Hantavirus aus. Seit Jahresbeginn wurden im Regierungsbezirk Stuttgart bereits 85 Erkrankungen gemeldet, wie die Regierungspräsidium am Mittwoch mitteilte.
Die Zahl sei für die Jahreszeit ungewöhnlich hoch und übersteige das bisherige Rekordjahr 2007 mit 41 Fällen im Vergleichszeitraum deutlich, hieß es. Dies lasse hohe Infektionszahlen für die kommenden Monate erwarten. Die Erkrankungen häufen sich bereits seit Dezember.
Eine Hantavirus-Erkrankung äußert sich den Angaben zufolge meist in Form eines grippalen Infekts mit plötzlich einsetzendem, hohen Fieber. Zudem haben die Betroffenen Kopf- und Gliederschmerzen und Bauchschmerzen.
Die Krankheit dauert etwa drei Wochen und mehr als die Hälfte der Betroffenen muss ins Krankenhaus. Bei einem Teil der Patienten entwickelt sich ein Nierenversagen. Eine Impfung gibt es nicht.
Hantaviren werden über wildlebende Nagetiere verbreitet, die das Virus vor allem über Kot und Urin ausscheiden. Der Mensch infiziert sich in der Regel durch das Einatmen erregerhaltigen Staubs. Hauptüberträger ist die Rötelmaus, deren wichtigste Nahrungsquelle Bucheckern sind.
Regionen mit einem hohen Buchenanteil wie die Schwäbische Alb und Schönbuch sind daher am stärksten betroffen. Die aktuelle Häufung ist vermutlich auf eine besonders hohe Population an Rötelmäusen zurückzuführen.
Quelle: DDP/csr