Bonn (RPO). Die Angst vor Altersarmut lässt bei den Deutschen die Bereitschaft zum Auswandern wachsen. Bei einer am Donnerstag veröffentlichten Allensbach-Umfrage für die Postbank gaben 23 Prozent der jungen Berufstätigen bis 29 Jahre an, sie würden in ein Land mit niedrigeren Lebenshaltungskosten auswandern, wenn die finanzielle Absicherung für den Altersruhestand in Deutschland nicht ausreiche.
Der höchste Wert wird in Bayern erreicht, wo 26 Prozent aller Berufstätigen diese Absicht äußerten, ein Jahr zuvor waren es nur knapp 18 Prozent. Die Bereitschaft zum Auswandern besteht vor allem bei Akademikern: 20 Prozent von ihnen - ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr - gaben an, dass sie bereit wären auszuwandern. Bei den auswanderungswilligen Deutschen mit einfachem Schulabschluss sank dagegen der Anteil im gleichen Zeitraum von 18 auf 11 Prozent.
Auswanderungswillige leben eher in kleineren und mittleren Städten in Westdeutschland: Die westdeutschen Berufstätigen sind mit 17 Prozent deutlich auswanderungsbereiter als die Ostdeutschen mit 14 Prozent. Und tendenziell zieht es eher die Bewohner kleinerer (18 Prozent) und mittlerer Städte (19 Prozent) in die Ferne als die Bewohner von Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern - hier liegt die Quote bei lediglich 14 Prozent. Allensbach befragte 1.786 Bundesbürger ab 16 Jahren.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl deutscher Auswanderer von 155.290 im Jahr 2006 auf 161.105 im Jahr 2007. Für die ersten acht Monate des Jahres 2008 wurden bereits 132.529 Auswanderer gezählt, was gegenüber dem Vergleichszeitraum 2007 ein deutliches Plus darstellt und auf einen neuen Höchstwert für 2008 hindeutet.
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Quelle: AP