(RP) Der Bischof von Augsburg, Walter Mixa, hat das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte gegen Kruzifixe in staatlichen Schulen als "menschenrechtsverachtend" gebrandmarkt. Mixa forderte die Politik auf, dem Beispiel Italiens zu folgen und das Urteil "schlichtweg zu ignorieren".
Augsburgs Bischof Mixa hat das sogenannte "Kruzifix"-Urteil scharf kritisiert. Foto:
Wer wie der Menschenrechts-Gerichtshof die Anwesenheit des Kreuzes im Klassenzimmer als Menschenrechtsverletzung deklariere, stelle sich als moralische Instanz selbst in Frage. Auf die Frage, ob es problematisch sei, dazu aufzurufen, eine Gerichtsentscheidung zu ignorieren, hieß es in Augsburg: "Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht."
"Zuerst Katholik und danach Staatsbürger"
Ein katholischer Christ könne eine derartige Fehlentscheidung nicht hinnehmen, hier gelte: "Zuerst Katholik und danach Staatsbürger." Wenn sich mehr Katholiken in der Nazi-Zeit dessen bewusst gewesen wären, wäre das seinerzeit heilsam gewesen. Laut Bischof Mixa ist das Kreuz das grundlegendste Symbol der europäischen Kultur, die maßgeblich durch den christlichen Glauben geprägt sei.
Nicht wenige europäische Staaten – etwa Finnland, Schweden, Großbritannien, Norwegen – führten das Kreuz in ihrem Staatswappen oder in ihrer Flagge; mehr als 85 Prozent der Europäer seien Christen. Wenn das Kreuz aus dem öffentlichen Leben Europas entfernt würde, bleibe vom Geist Europas nur noch ein undefinierbares Vakuum übrig. Es wäre eine gerechte Strafe für die menschenverachtende Gerichts-Entscheidung, wenn sie einfach ignoriert würde.
Auch NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hatte mit Blick auf das Kruzifix-Urteil vor einem "aggressiven Säkularismus" gewarnt. Der Sprecher der Evangelischen Kirche im Rheinland betonte, das Urteil beziehe sich zunächst auf Italien und betone zu stark die negative Religionsfreiheit. In Deutschland achte der Gesetzgeber auf eine Balance zwischen negativer und positiver Religionsfreiheit.
Quelle: RP