Nürnberg (RPO). "McFlurry" ist ein sehr beliebtes Eis bei McDonald's. Doch leider nicht nur bei Kindern. Auch Igel fahren auf den süßen Inhalt ab. Stecken sie jedoch ihre Nase in einen der achtlos weggeworfenen Becher, kann dieser schnell zur Todesfalle für sie werden. Jetzt hat die Fastfood-Kette reagiert, will das Eis künftig in tierfreundlicheren Verpackungen verkaufen.
Schon viele Igel fanden in diesen Eisbechern den Tod. Foto: ddp
Der Igel wuselt in Nürnberg durchs Gebüsch, als er plötzlich den Duft von Vanilleeis wittert. Er macht sich auf die Suche und findet einen weggeworfenen "McFlurry"-Eisbecher von McDonald's. Sofort krabbelt das stachelige Säugetier in den Behälter, leckt die letzten Reste aus.
Doch als er sich wieder befreien will, verhakt sich das Tier mit seinen Stacheln: Der Igel ist gefangen. Er bekommt seinen Kopf nicht mehr aus der runden Öffnung des Behälters - eine tödliche Falle. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbunds sind bereits "etliche Tiere" auf diese Weise qualvoll verhungert. Vor allem aus England gibt es schon länger Berichte über die zu Todesfallen werdenden Verpackungen.
Doch damit soll bald Schluss sein: Zurzeit testet der Fastfood-Konzern McDonald's in München eine Alternative zu den Plastikbechern. "Wir liegen mit dem Test in den letzten Zügen", sagt Konzern-Sprecherin Jennifer Gehrmann. Anfang nächsten Jahres soll eine tierfreundlichere Verpackung auf den Markt kommen: mit Laschen aus Pappe zum Runterdrücken. "Die Igel können sich nicht mehr darin verfangen", betont sie. Tierversuche seien dafür aber keine gemacht worden.
Die Becher mit der runden Öffnung aus starrem Kunststoff sollen nach und nach aus den Filialen verschwinden. "Sie werden noch aufgebraucht, aber nicht mehr neu produziert", sagt Gehrmann. Sechs Jahre ist die für Igel lebensgefährliche Verpackung bereits im Handel.
Den Kampf gegen den Plastikbecher führten englische Tierschützer an: Nach massiven Protesten lenkte McDonald's in Großbritannien schließlich ein. Deutschland zieht nun nach. Die Sprecherin betont allerdings, dass es hier keine Kampagnen von Tierfreunden gegeben habe. Lediglich "zwei oder drei" Kunden hätten darauf hingewiesen, dass sie Igel in den Bechern entdeckt hätten. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbunds wurde die Problematik hierzulande "ein Stück weit verschlafen". "In England haben sie die Kastanien aus dem Feuer geholt", gibt ein Sprecher zu.
Im Gegensatz zu unzähligen seiner Artgenossen hatte das stachlige Säugetier in Nürnberg Glück: In dem Eisbecher gefangen steuerte der Igel gerade blindlings auf eine Straße zu, als Polizisten ihn entdeckten. Durch Zufall waren die Beamten auf die sich bewegende Verpackung aufmerksam geworden. Sie befreiten das Tier, das sich daraufhin offensichtlich unverletzt ins Unterholz verabschiedete.
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Quelle: afp