Düsseldorf (RPO). In Deutschland sind am Donnerstag erstmals Melamin-belastete Kekse aus China entdeckt worden. Es handelt sich um Koala-Kekse, die über die Niederlande nach Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg gelangt sind, wie der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Gert Lindemann, sagte.
Nach dem Fund von Melamin-belasteten Bonbons aus China in Stuttgart gibt es jetzt auch in Karlsruhe, Göppingen, Cottbus, Dortmund und Bochum Verdachtsfälle.
Nach Angaben Lindemanns hat der Melaminwert der Kekse fünf Milligramm pro Kilogramm betragen. Seinem Ministerium liege eine Liste mit 50 bis 60 Firmen vor, an die das Produkt geliefert wurde. Die Behörden gingen davon aus, dass keine deutschen Großhändler damit beliefert wurden.
Die Bonbons waren am Mittwoch in mehreren deutschen Städten in Asia- und China-Läden sichergestellt worden. Wenn ein dreijähriges Kind pro Tag etwa sieben Stück der chinesischen Bonbons über einen längeren Zeitraum hinweg essen würde, wären gesundheitliche Folgen nicht auszuschließen, sagte Lindemann. Seit dem ersten Fund von Melamin-belasteten Bonbons in Stuttgart sei das Untersuchungsnetz stark verdichtet worden, betonte der Staatssekretär. Bisher seien die "White Rabbit"-Sahnebonbons nur in Asia- und China-Märkten gefunden worden.
Wie Baden-Württembergs Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) in Stuttgart sagte, sind in einem Asia-Geschäft in Karlsruhe 20 Packungen der Marke "White Rabbit" sowie 20 Packungen der Marke "White Rabbit Chocolate" sichergestellt worden. 13 Packungen seien nach ersten Erkenntnissen vermutlich verkauft worden. "Derzeit können wir jedoch nicht ausschließen, dass es noch mehr sind", sagte Hauk. Mit einem Ergebnis der Untersuchungen wird in der kommenden Woche gerechnet.
Bei dem in den Bonbons gemessenen Melamingehalt von 152 Milligramm pro Kilogramm ist nach Angaben des Stuttgarter Verbraucherministeriums mit dem Verzehr einzelner Bonbons noch keine konkrete Gesundheitsgefahr zu befürchten. Es bestehe auch noch keine Gefahr, wenn beispielsweise ein Kind mit einem Körpergewicht von 20 Kilogramm täglich zehn Bonbons dieser Marke verzehre. Dennoch riet das Ministerium vom Verzehr ab.
Im brandenburgischen Cottbus wurden in einem Asia-Markt etwa 50 Tüten der Marke "White Rabbit" sichergestellt, wie die Cottbuser Amtstierärztin Ingrid Schütze sagte. Bisher gebe es aber keine Hinweise darauf, dass diese tatsächlich Melamin-Konzentrationen enthielten. Mit Ergebnissen der Untersuchungen werde voraussichtlich erst in drei Wochen gerechnet.
Auch in Bochum und Dortmund wurden Packungen der chinesischen Bonbon-Marke "White Rabbit" gesichert. Das Verbraucherschutzministerium Nordrhein-Westfalens rief am Donnerstag alle Kommunen im Land auf, in Asia-Geschäften nach den verdächtigen Produkten zu suchen und diese vorsorglich aus dem Verkauf zu entfernen.
Bei Melamin handelt es sich um eine Chemikalie, die zur Kunststoffherstellung eingesetzt wird. In China sind durch Melamin-verseuchte Milch Tausende Säuglinge erkrankt und einige gestorben. Der Stoff wurde der Milch beigemischt, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen
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Quelle: afp2