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Wetter
Acht Kältetote in Deutschland

Keine Chance der Kälte - Wie Sie im Winter fit bleiben
Keine Chance der Kälte - Wie Sie im Winter fit bleiben FOTO: AP
Frankfurt/Main (rpo). Deutschland bibbert. Und ein Ende der Kältewelle ist vorerst nicht in Sicht. Bis Mittwoch starben bereits acht Menschen an den eisigen Temperaturen. Wie der Deutsche Wetterdienst in Essen meldet, muss auch am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen mit Straßenglätte gerechnet werden. Schneefälle von zwei bis fünf Zentimetern seien möglich.

Die winterlichen Temperaturen forderten derweil in Köln ein Menschenleben. Dort war ein 67-jähriger Mann in der Nacht zum Mittwoch im Mediapark erfroren. Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurde die Leiche des Mannes in einem derzeit stillgelegten Brunnen gefunden. Nach ersten Erkenntnissen hatte der Mann am Dienstagabend erhebliche Mengen Alkohol zu sich genommen. Offenbar legte er auf dem Weg zu seiner Wohnung an dem Brunnen eine Pause ein und schlief dabei ein.

Nachdem bis Dienstag bereits fünf Kältetote in verschiedenen Teilen Deutschlands gemeldet worden waren, wurde nach Angaben vom Mittwoch auch in einem leer stehenden Haus in Kühlungsborn (Mecklenburg-Vorpommern) eine Leiche gefunden. Angesichts des ungeheizten Gebäudes und der anhaltenden Frostperiode deute vieles auf ein Erfrieren des Mannes hin. Die genaue Todesursache soll in den nächsten Tagen ein rechtsmedizinisches Gutachten bringen. Anwohner hatten die Polizei am Dienstagabend auf den leblosen Mann aufmerksam gemacht.

Nur noch tot geborgen werden konnte in Brandenburg am Mittwochmorgen ein Ehepaar, das mit seinem Auto in der Nacht in die eiskalte Spree gestürzt war. Die beiden 48-jährigen Insassen waren gegen ein Uhr mit ihrem Wagen am Rande des Spreewaldes zwischen Fehrow und Striesow von der Straße abgekommen, durchbrachen die Leitplanke, überfuhren einen Telefonmast und stürzten in den zugefrorenen Fluss, wie die Polizei Cottbus mitteilte. Dabei überschlug sich das Auto und brach bei einer Außentemperatur von minus zehn Grad ins Wasser ein. Erst am Morgen entdeckte ein anderer Autofahrer das bereits im Fluss festgefrorene Fahrzeug mit dem toten Ehepaar.

Keine Besserung in Sicht

Besserung ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes noch nicht in Sicht. "Das ehemalige sibirische Kältehoch 'Claus' schwächelt, bekommt aber bereits Verstärkung", erläuterte Diplom-Meteorologin Dorothea Paetzold in Offenbach. Das Hoch "Drago" lag nach ihren Angaben mit seinem Schwerpunkt zunächst noch über dem Nordatlantik, soll sich aber zum Donnerstag in Richtung Nordsee vorschieben und Kontakt mit "Claus" aufnehmen. Zwischen beide geriet das Tief "Liesbeth", das bis Donnerstag ein wenig Neuschnee oder Regen bringt.

"Danach gewinnen die 'Kerle' Oberhand und sorgen wieder für Sonnenschein, aber auch Kälte, bedingt durch den dann wehenden Nordostwind", sagte die Wetterexpertin voraus. Zudem habe die Schneedecke eine satte nächtliche Abkühlung zur Folge, so dass mit starkem Nachtfrost gerechnet werden müsse. "Die Kältephase dauert mindestens noch übers Wochenende an", resümierte der Deutsche Wetterdienst.

Trotz Eisdecke Hochwassergefahr

Die Oder ist seit Mittwoch nach tagelangem Dauerfrost von der Ostsee bis zur Neißemündung entlang der deutsch-polnischen Grenze komplett zugefroren. Mittlerweile habe sich über 200 Kilometer eine geschlossene Eisdecke vom Dammschen See nördlich von Stettin in Polen bis zum brandenburgischen Ratzdorf südlich von Eisenhüttenstadt gebildet, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde mit. Inzwischen wurde für die Pegel Kienitz in Nordbrandenburg, Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt und Ratzdorf die niedrigste Hochwasserwarnstufe I ausgerufen. Die Eisdecke hindert das Wasser am schnellen Abfließen in Richtung Ostsee.

Nach Angaben des Deutschen Bauernverbands sorgen die eisigen Temperaturen auch in der Landwirtschaft für zunehmende Probleme.

(afp)
 
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