Mainz: Achtjährige mit Schweinegrippe gestorben
zuletzt aktualisiert: 24.11.2009 - 14:47Mainz (RPO). Nach dem Tod eines achtjährigen Mädchens mit Schweinegrippe in der Mainzer Universitätsklinik ist die genaue Ursache noch unklar. Ob das Kind am H1N1-Virus oder an einer anderen Infektion gestorben sei, müsse noch geklärt werden, erklärte der Chef der Universitätsmedizin, Norbert Pfeiffer, am Dienstag. Die Gesundheitsbehörde in Bremerhaven informierte am Nachmittag zudem über den Tod einer 31-jährigen Frau ohne Vorerkrankung.
Die Grundschülerin aus Mainz wurde nach Angaben des Universitätsmediziners Pfeiffer am späten Freitagabend von ihren Eltern in die Kinderklinik gebracht. Sie litt seit zwei Tagen an einer Erkältung und klagte über Bauchweh und Atembeschwerden. Auf dem Weg ins Untersuchungszimmer setzten Atmung und Herzschlag des Kindes plötzlich aus. Obwohl Spezialisten für Wiederbelebung in weniger als einer Minute bei dem Kind gewesen seien, hätten sie das Mädchen nicht retten können, erklärte Pfeiffer.
Nach Angaben des Leiters der Universitäts-Rechtsmedizin, Reinhard Urban, ist inzwischen erwiesen, dass die Schülerin mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert war. "Sehr wahrscheinlich" sei auch, dass die Lungen und der Herzmuskel des Mädchens von Viren befallen waren. Die Herzmuskelentzündung sei wohl die Todesursache. Unklar ist jedoch, ob der Herzmuskel vom Schweinegrippen-Virus oder von einem anderen Erreger geschwächt war. Weitere Untersuchungen sollen dies bis spätestens Anfang kommender Woche klären.
Pfeiffer warnte angesichts des tragischen Tods der Schülerin vor Hysterie. Die Krankheit verlaufe meist leicht. Allein in der Landeshauptstadt Mainz leben rund 30.000 Kinder, von denen nach Schätzungen der Uni-Mediziner in den zurückliegenden Wochen bis zu einem Viertel die Schweinegrippe durchgemacht haben, ohne ernsten Schaden zu nehmen. Der Fall zeige aber auch, dass die Schweinegrippe nicht harmlos sei, sagte Pfeifer.
Obduktion brachte Klarheit in Bremerhaven
Die vom Staatsanwalt veranlasste Obduktion der 31-Jährigen aus Bremerhaven habe den Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus der Schweinegrippe bestätigt, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Danach war die Todesursache eine schwere Lungenentzündung. Nach Beginn einer ärztlichen Behandlung sei die Frau zu Hause geblieben, wo sie am Sonntag gestorben sei.
Die Bremer Gesundheitssenatorin Ingelore Rosenkötter zeigte sich betroffen: "Leider bestätigen sich hierdurch Meldungen aus dem In- und Ausland, dass die Schweinegrippe durchaus für jüngere Menschen auch ohne Vorerkrankungen gefährlich werden kann."
Chronisch kranke Schülerin mit Schweinegrippe gestorben
Auch im Kreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz ist laut einem Medienbericht ein weiterer junger Mensch an Schweinegrippe gestorben. Eine Schülerin der 10. Klasse, die vor einigen Wochen an Neuer Grippe erkrankt sei, sei dem Virus erlegen, wie die "Rhein-Zeitung" meldete. Die Jugendliche, die sich mit dem H1N1-Virus infizierte, sei jedoch chronisch schwer krank gewesen.
GlaxoSmithKline ruft Schweinegrippe-Impfstoff in Kanada zurück
Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline hat eine Charge seines Impfstoffs gegen die Schweinegrippe in Kanada zurückgerufen. Mediziner wurden angewiesen, Dosen aus der betroffenen Charge nicht zu verwenden, da das Mittel lebensbedrohliche Allergien auslösen könne, hieß es. GlaxoSmithKline-Sprecherin Gwenan White erklärte am Dienstag in London, die Empfehlung sei ausgegeben worden, nachdem von der betreffende Charge mehr Berichte über Allergien eingegangen seien als normalerweise.
Es handele sich um insgesamt 172.000 Impf-Einheiten. Wie viele davon möglicherweise schon benutzt wurden, sagte die Sprecherin nicht. White erklärte weiter, GlaxoSmithKline habe die kanadischen Gesundheitsbehörden am 18. November informiert. Insgesamt seien 7,5 Millionen Impf-Dosen nach Kanada geliefert worden.
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