Nach Todesfällen in Mainzer Klinik: Ärzte fordern Hygienebeauftragten für jedes Krankenhaus
zuletzt aktualisiert: 25.08.2010 - 06:47Düsseldorf (RPO). Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat weitreichende Konsequenzen aus dem Skandal um bakterienverseuchte Infusionen an der Mainzer Uniklinik gefordert. "In jedem Krankenhaus sollte es einen Hygieneplan, eine Hygienekommission und einen Hygienebeauftragten geben", sagte der Chef des Marburger Bundes, Rudolf Henke, unserer Redaktion.
Die Kliniken müssten dafür Personal aufstocken. "In keiner anderen Industrienation ist die Personalausstattung pro Patient so gering wie in Deutschland", sagte Henke.
In der Debatte sich der Marburger Bund gegen neue Hygienevorschriften für Krankenhäuser ausgesprochen. Es gebe keine Notwendigkeit, jetzt in gesetzgeberischen Aktionismus zu verfallen, sagte Sprecher Hans-Jörg Freese dem Berliner "Tagesspiegel". "Wir haben keinen Mangel an Richtlinien, und kein Keim wird wegen eines bundesweiten Gesetzestextes sein Verhalten ändern." Wer effektivere Kontrollen wolle, müsse die Gesundheitsämter mit mehr Personal ausstatten.
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