Weniger Personal: Ärztemangel bei der Bundeswehr
zuletzt aktualisiert: 02.12.2008 - 09:18München (RPO). Die Bundeswehr sorgt sich nach einem Medienbericht um die Funktionsfähigkeit ihres Sanitätswesens. In diesem Jahr hätten sich allein bis Ende Oktober 68 Ärzte aus der Truppe verabschiedet; 57 von ihnen seien in ein ziviles Beamtenverhältnis gewechselt, 11 haben gekündigt.
Die "Süddeutsche Zeitung" beruft sich auf einen Bericht des Verteidigungsministeriums zur Personalentwicklung im Sanitätsdienst. Der Bericht sei in diesen Tagen dem Verteidigungsausschuss des Bundestages zugeleitet worden.
Im ganzen Jahr 2007 verzeichnete die Bundeswehr dem Bericht zufolge nur sechs Kündigungen und fünf Verbeamtungen. In diesem Jahr hingegen gebe es einen "sprunghaften Anstieg unplanmäßiger ärztlicher Personalverluste". Der in der Bundeswehrplanung angestrebte Zuwachs von derzeit 3070 auf 3500 Sanitätsoffiziere bis 2010 sei "unter den derzeitigen Rahmenbedingungen" nicht zu realisieren.
Sollten sich die Personalverluste und der gleichzeitig eingetretene drastische Rückgang an Bewerbern verstetigen, werde "weder der Bestand zu halten noch der erforderliche Aufwuchs zu realisieren sein", heißt es in dem Papier. "Hier- aus würde zwangsläufig eine Einschränkung der Einsatzfähigkeit des Sanitätsdienstes resultieren." Als Gründe für die hohe Abwanderungsrate nennt der Bericht die besseren Verdienstmöglichkeiten in zivilen Krankenhäusern und die hohe Belastung durch die Auslandseinsätze.
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