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AfD-Demo in Berlin
Gauland vergleicht Flüchtlinge mit "Barbaren"

AfD: Alexander Gauland vergleicht Flüchtlinge mit "Barbaren"
Partei-Vize Alexander Gauland (Mitte, im Jackett) marschierte bei der AfD-Demo vorneweg. FOTO: afp, jd/apr
Berln. 5000 AfD-Anhänger haben sich am Samstag in Berlin versammelt, um gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung zu protestieren. Während ein Teil der Demonstranten eher bürgerlich als radikal wirkte, machte Parteivize Alexander Gauland mit scharfen Worten Stimmung gegen Flüchtlinge.

AfD-Vize-Chef Alexander Gauland vergleicht die in Deutschland ankommenden Flüchtlinge mit den "Barbaren", die den Untergang des Römischen Reiches herbeiführten. Gesäumt wird die Demonstrationsroute von hunderten Gegendemonstranten.

Die AfD-Demonstration steht unter dem Motto "Asyl braucht Grenzen. Merkel die rote Karte zeigen". Junge Menschen und zahlreiche Rentner sind dabei, fast alle Teilnehmer wirken eher bürgerlich. Sie schwenken Deutschlandflaggen und Plakate, die die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung harsch kritisieren.

Die Transparente anderer Teilnehmer richten sich gegen den Islam, der nicht zu Deutschland gehöre. Einige wenige Teilnehmer sind eindeutig Mitglieder der rechtsextremen Szene, darunter auch Hooligans.

Bei der Auftaktkundgebung droht Partei-Vize Gauland, die AfD werde angesichts der unkontrollierten Zuwanderung "kein freundliches Gesicht mehr zeigen". Er warnt vor einer Völkerwanderung nach Deutschland, die mit dem Untergang des Römischen Reiches vergleichbar sei, "als die Barbaren den Limes überrannten".

Gauland heizt die Stimmung an und ruft zusammen mit den Demonstranten "Merkel muss weg". Auch die Slogans "Volksverräter", "Lügenpresse" und "Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen" sind zu hören.

Von den versammelten AfD-Gegnern schallt es ihnen "Haut ab!" entgegen. Die dem linken Lager angehörenden Gegendemonstranten stören die AfD-Kundgebung lautstark und zum Teil handgreiflich. Nur unter massivem Polizeischutz können die AfD-Anhänger ihre Veranstaltung überhaupt abhalten.

1100 Polizisten im Einsatz

"Wir wollten den Demonstrationszug absichern, aber auch den Gegendemonstranten die Möglichkeit geben, ihren Protest zu äußern", sagt Polizeisprecher Stefan Redlich. Die eingesetzten 1100 Beamten haben allerhand zu tun, dieser Aufgabe gerecht zu werden. Schon am Versammlungsort nahe dem Roten Rathaus geraten AfD'ler und linke Gegendemonstranten aneinander.

Die Polizei muss immer wieder eingreifen, um sich beschimpfende Kontrahenten von einander zu trennen. Verspätete AfD-Sympathisanten gelangen nur unter Polizeischutz zur abgesperrten Auftaktkundgebung. Mehrfach kämpfen die Beamten den Weg mit Schlagstöcken und Pfefferspray frei. Mehr als 40 Menschen werden im Verlauf des Tages festgenommen. Ein Polizist wird leicht verletzt.

Auch die Berliner CDU demonstriert gegen die aufstrebende Partei vom rechten Rand, allerdings auf einer gesonderten Veranstaltung am Brandenburger Tor. Alle fünf im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien haben ein Bündnis gegen die AfD geschlossen. Sie veranstalten die "Kundgebung für ein weltoffenes Berlin". Die Polizei zählt 600 Teilnehmer, die Veranstalter kommen nach eigener Zählung auf mehrere Tausend. Zwischenfälle gibt es hier keine.

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(jco/AFP)
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