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Nach Feuer in Trafo: AKWs Krümmel und Brunsbüttel abgeschaltet

zuletzt aktualisiert: 28.06.2007 - 21:25

Hamburg (RPO). Nach einem Brand im Atomkraftwerk Krümmel nahe Hamburg und anschließenden Netzproblemen sind die AKWs Krümmel und Brunsbüttel am Donnerstag vorsorglich abgeschaltet worden. Radioaktive Strahlung wurde nicht frei, wie das zuständige Gesundheitsministerium mitteilte. Sofort entbrannte eine neue Debatte über die Sicherheit der Kernkraft. 

Im Atomkraftwerk Krümmel bei Hamburg war am Donnerstag ein Transformator in Brand geraten. "Niemand wurde verletzt, es gab keine Gefahr für die Umwelt", versicherte Ministeriumssprecher Oliver Breuer in Kiel. Dennoch sei der Reaktor vorsorglich abgeschaltet worden. In Brunsbüttel an der Elbmündung hatte es einen Kurzschluss in einem Umspannwerk gegeben, weswegen auch dieses Atomkraftwerk abgeschaltet wurde. In Hamburg gab es am Nachmittag zwei Stromausfälle, die durch die Störungen ausgelöst wurden, wie der Stromversorger Vattenfall mitteilte.

Nach Angaben eines Vattenfall-Sprechers lief der Problem-Nachmittag so ab: Um 13.10 kam es in Brunsbüttel zu einem Kurzschluss am Umspannwerk, wo der Strom aus dem Kraftwerk in das Netz übergeben wird. Daraufhin wurde die Schnellabschaltung eingeleitet. In Hamburg kam es zu kurzen Stromausfällen. Um 15.02 kam es dann laut Vattenfall in Krümmel zu einem weiteren Kurzschluss in einem Transformator, der dann zu dem Brand führte. Erneut gab es Stromausfälle in Hamburg: Ampeln fielen aus, die U-Bahnen hatten kurzfristig keinen Strom. Nach Angaben der Deutschen Bahn kam es zu Ausfällen von Stellwerken und Signalanlagen und infolgedessen zu Verspätungen auch im Regional- und Fernverkehr.

Brand um 17 Uhr wieder gelöscht

Die Brand-Meldung aus Krümmel ging nach Angaben eines Sprechers der Polizei in Ratzeburg dann um 15.09 Uhr ein. Kurz vor 17.00 Uhr teilte ein Vertreter der Feuerwehr in Geesthacht mit, der Brand sei gelöscht. Die Rettungskräfte seien mit zehn Fahrzeugen angerückt. Nach Angaben des Ministeriumssprechers war Kühlflüssigkeit in Brand geraten. Der abgebrannte Transformator befand sich außerhalb des Reaktorgebäudes im Hof. Nach Auskunft der Stadt Geesthacht wurde ein Schaumteppich ausgelegt. Da sich Öl und Isolationsmaterial entzündet hätten, sei es zu einer kräftigen Rauchentwicklung gekommen, sagte ein Mitarbeiter.

In Schleswig-Holstein gibt es drei Kernkraftwerke: Krümmel und Brunsbüttel werden vom Konzern Vattenfall betrieben. Das dritte liegt in Brokdorf an der Unterelbe und gehört zu E.ON.

Das Kernkraftwerk Krümmel liegt etwa 30 Kilometer südöstlich von Hamburg an der Elbe im Ortsteil Krümmel der Stadt Geesthacht in Schleswig-Holstein. Nach knapp zehn Jahren Bauzeit erfolgte 1983 die erste Kernspaltung. Der Siedewasserreaktor mit einer Leistung von 1.346 Megawatt produziert jährlich 10,5 Milliarden Kilowattstunden Strom und liefert damit etwa 30 Prozent der insgesamt in Schleswig-Holstein erzeugten Strommenge, wie Betreiber Vattenfall mitteilte. Nach dem Jahresbericht des Bundesumweltministeriums hat es 2006 in Krümmel die meisten "meldepflichtige Ereignisse" - nämlich 15 - gegeben. Meldepflichtig sind auch schon kleine Zwischenfälle wie der zeitweilige Ausfall von Pumpen oder Stromsystemen.

Häufung von Leukämie-Erkrankungen

Immer wieder wurde über einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Atomkraftwerk und der in der Umgebung von Geesthacht festgestellten Häufung von Leukämie-Erkrankungen diskutiert. Mehrere wissenschaftliche Studien konnten bisher nicht den Nachweis für einen Zusammenhang erbringen.

Die Grünen werteten den Brand in Krümmel als Beleg für die Risiken der Technologie und forderten umfassende Aufklärung. "Der Vorfall darf nicht heruntergespielt werden", erklärte Parteichef Reinhard Bütikofer in Berlin.

Quelle: ap

 
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