Sauerland-Prozess: Alle Angeklagten wollen aussagen
zuletzt aktualisiert: 09.06.2009 - 15:16Düsseldorf (RPO). Im Prozess gegen die mutmaßlichen Terroristen der Sauerland-Gruppe haben sich die Angeklagten nach Angaben einer Anwältin auf eine gemeinsame Linie verständigt. Sie wollten ihrem Wissensstand nach aussagen, erklärte die Verteidigerin von Adem Yilmaz, Ricarda Lang, am Dienstag.
Ihr Mandant, der ein Geständnis erwägt, wolle aber nicht vor Gericht aussagen, sondern von Beamten des Bundeskriminalamts befragt werden, sagte die Juristin weiter. Zur Motivation ihres Mandanten erklärte Lang: "Er hat keine Lust mehr auf das Verfahren. Er langweilt sich."
Yilmaz sei von seinem Temperament her nicht in der Lage, dem Prozess weiter standzuhalten, und hoffe, dass das Verfahren vor Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadam abgeschlossen werden könne. Dieser beginnt in diesem Jahr am 21. August.
Yilmaz hat sich am Dienstag überraschend zu einem Geständnis bereit erklärt, wollte sich aber zunächst mit seinen Mitangeklagten besprechen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf gewährte den vier Männern daraufhin eine gemeinsame Pause ohne ihre Anwälte.
Die zum Islam konvertierten Deutschen Gelowicz und Daniel Schneider, der Deutsch-Türke Attila Selek und der Türke Yilmaz wollten laut Anklage mit Autobomben möglichst viele US-Bürger in Deutschland töten. Sie sollen eine deutsche Zelle der Islamischen Dschihad-Union (IJU) gegründet haben.
Die Männer müssen sich unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags verantworten. Schneider wird zudem versuchter Mord vorgeworfen, weil er bei seiner Festnahme auf einen Polizisten geschossen haben soll. Drei Angeklagte wurden im September 2007 im Sauerland festgenommen, ein vierter später in der Türkei.
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