Lörrach: Alle Waffen der Amokläuferin gefunden
zuletzt aktualisiert: 23.09.2010 - 12:25Lörrach (RPO). Vier Tage nach dem Amoklauf von Lörrach hat die Polizei die weiteren Waffen der Täterin gefunden. Dabei handelt es sich um drei Gewehre, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag in Lörrach sagte. Darunter war auch ein großkalibriges Schrotgewehr, das zur Jagd oder dem Tontaubenschießen benutzt wird.
Die 41-Jährige hatte die Gewehre im Waffenschrank eines Bekannten einschließen lassen. Mit der vierten auf ihrer Berechtigungskarte eingetragenen Waffe, einer kleinkalibrigen Sportpistole, hatte die Frau bei dem Amoklauf zwei Menschen erschossen und zwei weitere verletzt.
Ein Sprecher sagte, dass die Ermittler die Waffen zunächst in zwei Tresoren vermutet hatten, die in der Wohnung der Frau in Lörrach gefunden worden seien. Darin hätten sich allerdings keine tatrelevanten Gegenstände, also weder Waffen noch Munition oder ein Abschiedsbrief, gefunden.
Motiv weiter unklar
Unterdessen forschte die Polizei weiterhin nach dem Motiv für die Bluttat. Dazu sollte etwa nach Tagebucheinträgen in einem Computer der Täterin gesucht werden. Der PC sei allerdings bei dem von der Frau gelegten Brand in ihrer Kanzlei erheblich beschädigt worden
Derzeit befragen Ermittler Personen aus dem Umfeld der 41-Jährigen. Das Paar hatte sich erst im Juni getrennt, der 44-jährige Ehemann befand sich nach Angaben des Polizeisprechers in einer neuen Beziehung. Die neue Partnerin habe in der Befragung angegeben, dass die Eheleute Beziehungsprobleme hatten. Bezüglich des gemeinsamen Kindes habe es aber klare Regelungen gegeben. Die Täterin und die neue Partnerin kannten sich offenbar. Die Mutter der Täterin lebt den Angaben zufolge in Rheinland-Pfalz, die Schwiegermutter im Raum Lörrach. Beide konnten aber noch nicht abschließend vernommen werden.
11.000 Euro für Angehörige des toten Pflegers
Auf dem Spendenkonto der Stadt Lörrach für die Angehörigen des beim Amoklauf getöteten Krankenpflegers sind bereits 11.000 Euro eingegangen. Ein Sprecher der Stadt sagte am Donnerstag, die größte Einzelspende habe 3000 Euro betragen. Im elektronischen Kondolenzbuch gebe es 252 Einträge.
Eine öffentliche Trauerfeier für die Opfer der Bluttat wird es nicht geben. Die Angehörigen des 56-jährigen Krankenpflegers wollten dies nicht, sagte der Sprecher. Wann und wo die Beisetzung des Mannes stattfinde, werde nicht bekannt gegeben.
Bei dem Amoklauf am Sonntag hatte die Frau zunächst ihren getrennt lebenden Ehemann mit zwei Schüssen getötet, dann vermutlich den gemeinsamen fünfjährigen Sohn bewusstlos geschlagen und erstickt und schließlich die Wohnung in Brand gesetzt. Danach begab sie sich zum Elisabethenkrankenhaus. Auf dem Weg dorthin beschoss sie mehrere Passanten, bevor sie auf der gynäkologischen Abteilung den 56-jährigen Krankenpfleger mit Stich- und Schussverletzungen tötete. Bei einem Schusswechsel mit der Polizei wurde die Frau von 17 Kugeln getroffen und starb daraufhin.
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