Wuppertal: Altes Laub hat 43-Jährigen des Totschlags überführt
zuletzt aktualisiert: 01.03.2006 - 17:29Wuppertal (rpo). Ein 43-Jähriger ist vor dem Wuppertaler Landgericht zu acht Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt worden. Er hatte seine schwangere Ehefrau 1998 umgebracht. Für die Beweisführung hatte sich das Gericht auf ein Eichenblatt gestützt.
Weil er seine schwangere Ehefrau erdrosselt hat, muss ein 43-jähriger Familienvater für acht Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Wuppertal verurteilte den selbstständigen Gebäudereiniger am Mittwoch nach acht Monaten Prozess wegen Totschlags.
"Obwohl es keine eindeutigen Beweise gibt, sind wir von der Täterschaft des Angeklagten fest überzeugt", erklärte der Richter. Unter anderem hatten Zeugen und Verwandte von teilweise "hysterischen Streitereien" in der zerrütteten Ehe berichtet. Grund dafür seien Geldprobleme und Affären des Ehemannes gewesen.
Der Fall konnte erst acht Jahre nach der Tat geklärt werden, unter anderem weil Biologen dank neuartiger Untersuchungsmethoden ein Eichenblatt dem Fundort der Leiche in die Nähe von Venlo (Niederlande) zuordnen konnten. Das Blatt war im Auto des Ehemannes sichergestellt worden. Zudem hatte man auch Blut des Angeklagten auf der Kleidung des 30-jährigen Opfers nachweisen können.
Holländische Polizisten hatten im November 1998 in der Nähe einer Autobahn bei Venlo die Leiche einer 30-jährigen zweifachen Mutter gefunden. Der 43-Jährige musste sich seit Juni 2005 vor einer Schwurgerichtskammer des Wuppertaler Landgerichts verantworten, hatte allerdings die Tat bestritten.
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