Kampf zwischen Frost und Tauwetter: Am Dienstag Sturm und Schnee
zuletzt aktualisiert: 01.02.2010 - 15:20Frankfurt/Main (RPO). Wer Schneemassen und Glatteis satt hat, dürfte sich über Tauwetter in dieser Woche freuen. Der Deutsche Wetterdienst machte aber nicht viel Hoffnung auf ein Ende des Winters. "Bereits am Wochenende könnte die Kaltluft schon wieder zurückkehren", hieß es am Montag im Wetterbericht aus Offenbach. Für den Dienstag bringt Tief "Miriam" Sturm und Schnee mit.
Auf den glatten Straßen kam es wieder zu unzähligen Unfällen - allein in Nordrhein-Westfalen zählte die Polizei in der Nacht zum Montag knapp 500. Insgesamt wurden dabei 43 Menschen verletzt, sieben davon schwer. Tödlich verletzt wurde ein 36-jähriger Autofahrer aus den Niederlanden, der in Ahaus-Alstätte gegen einen Baum schleuderte.
In Frankfurt am Main warfen Unbekannte - nach Zeugenaussagen zwei Jugendliche - einen Eisbrocken von einer Fußgängerbrücke auf ein fahrendes Auto. Darin befand sich ein Ehepaar mit zwei Kindern. Der 38-jährige Familienvater geriet ins Schlingern, konnte aber die Kontrolle zurückgewinnen und halten, wie die Polizei berichtete.
Glatteis, Schneeverwehungen und Schneebruch - das sind die Gefahren, die laut Wetterdienst auch an den nächsten Tagen für Verdruss am Winter sorgen. Der Meteorologe Helmut Malewski sagte der Nachrichtenagentur DAPD, der Winter 2009/10 sei mit der Katastrophe von 1978/1979 durchaus vergleichbar. Damals hatten meterhohe Schneeverwehungen rund 150 Orte in Niedersachsen und Schleswig-Holstein von der Außenwelt abgeschnitten. Das Winterwetter zog sich danach noch viele Wochen lang hin.
"...ist der Frühling nicht mehr weit"
Ob das jetzt wieder so kommt, ist laut DWD noch fraglich. Die Prognose ist allerdings so unsicher, dass die Meteorologen eine Bauernregel zitierten, die sich um Maria Lichtmess (2. Februar) rankt: "Ist's an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit."
Am Dienstag soll es tatsächlich stürmen und schneien: Das Randtief "Miriam" bringt sehr feuchte und etwas mildere Meeresluft nach Deutschland. Der Schneefall geht im Westen und Nordwesten, später auch in der Mitte in Regen oder Schneeregen über. An den Küsten und im Bergland muss mit Sturmböen und mit Schneeverwehungen gerechnet werden. Die Temperaturspanne liegt tagsüber zwischen minus 3 und plus 4 Grad.
Die Kaltluft wird nach der Prognose allmählich nach Nordosten abgedrängt und durch mildere Luft ersetzt. Am Mittwoch sind schon 5 Grad über Null im Südwesten drin. Es soll im Süden weiter schneien, weiter nördlich fällt Schneeregen. In der Nacht zum Donnerstag wird es im Nordosten mit minus 9 Grad am kältesten. Am Donnerstag kann es dort bei gefrierendem Regen spiegelglatt werden.
Eingefrorene Binnenschifffahrt muss sich noch gedulden
Das Wochenende wird laut Wetterdienst wechselhaft. Im Westen kann es gelegentlich regnen, nach Osten hin schneien. Die Temperaturspanne liegt zwischen Werten um 0 Grad im Osten und bis plus 7 Grad im Westen. Nach der Trendprognose fallen nächste Woche deutlich weniger Niederschläge, und vorübergehend scheint sogar mal die Sonne, was allerdings wieder die Temperaturen sinken lässt.
Bei der Binnenschiffahrt, die vor allem in Richtung Ostdeutschland praktisch völlig eingefroren ist, muss man sich also wohl noch gedulden. Die Elbe ist am Montag oberhalb von Hamburg gesperrt gewesen, ebenso wie der Mittellandkanal, der Elbe-Seitenkanal und viele Wasserwege um Berlin. Die Seeschifffahrt ist dagegen kaum betroffen gewesen: Die wichtigsten Häfen Hamburg und Bremerhaven sind offen, Kiel und Lübeck sind auch kaum behindert. Schwieriger ist die Lage im Osten, wo es in im aber eher kleinen Hafen von Stralsund zu Problemen kommen kann.
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