Nahverkehr in NRW kam zum Erliegen: Am Streiktag lagen die Nerven blank
zuletzt aktualisiert: 04.02.2010 - 21:28Berlin (RPO). Wer am Donnerstag auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen war, musste Zeit und starke Nerven haben. Busse standen in der Region still, Flüge hatten Verspätung, die Müllabfuhr kam nicht. Einige Kitas und Schulen wurden ebenfalls bestreikt. Dafür staute sich der Verkehr auf den Straßen. Die Gewerkschaften hatten ihre Warnstreiks im öffentlichen Dienst am Donnerstag deutlich ausgeweitet.
In NRW legten etwa 42.000 Angestellte die Arbeit nieder, betroffen waren vor allem der Nahverkehr und erstmals auch der Flugbetrieb, wie die Gewerkschaft Verdi in Berlin mitteilte. In Baden-Württemberg streikten etwa 10.000 Mitarbeiter.
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Auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn begannen die Warnstreiks bereits um drei Uhr in der Nacht und dauerten fünf Stunden. Gegen acht Uhr morgens wurde der erste Flug in Düsseldorf annuliert. Insgesamt kam es dort zu acht Verspätungen und zwei Ausfällen. Verdi spricht von 25 Flügen, die mehr als 30 Minuten Verspätung hatten.
Viele Arbeitnehmer hatten sich auf die Warnstreiks vorbereitet - und nahmen das eigene Auto statt Bus oder Bahn. Doch das führte im Berufsverkehr zu erheblichen Problemen: Die Autobahnen in der Region waren dicht, der Verkehr staute sich morgens auf der A 3, A 40 und A 59.
Auch die Landeshauptstadt Düsseldorf war von den Streiks massiv betroffen. Seit drei Uhr nachts standen alle Bahnen still. Im Berufsverkehr waren Stadtteile wie Oberkassel und die Innenstadt verstopft. Auf den Autobahnen 44 und 52 bildeten sich lange Staus.
S-Bahnhöfe wie der Bilker-Bahnhof waren überfüllt. In der Stadt kam es zu mehreren Demonstrationen. Im Stadtteil Flingern nahmen 1000 Menschen an einer Veranstaltung teil.
Auch in Duisburg kam der öffentliche Nahverkehr völlig zum Erliegen. "In der Stadt fahren den ganzen Tag keine Busse mehr", teilte ein Sprecher der Verkehrsgesellschaft mit. Die meisten Duisburger traf der Streik nicht unvorbereitet. An Bahnhöfen und Haltestellen warteten kaum Menschen.
In der Innenstadt nahmen 2000 Menschen an einer Demonstration teil. Zudem wurden in Duisburg Kitas und Schulen teilweise bestreikt.
Vergeblich wartende Fahrgäste gab es auch in Remscheid und Mönchengladbach. Dort standen die Busse und Bahnen still.
Gute Nachrichten gab es im Laufe des Tages in Solingen und Leverkusen, wo die Arbeit wieder aufgenommen wurde. Die Müllabfuhr Leverkusen wollte die versäumte Arbeit bis zum Abend wieder aufholen, so ein Sprecher. In Solingen fuhren ab 12.30 Uhr wieder Busse.
Auch in Baden-Württemberg blieben im morgendlichen Berufsverkehr Busse und Bahnen in ihren Depots. Kindertagesstätten, die Müllabfuhr sowie öffentliche Verwaltungen blieben geschlossen. In mehreren Krankenhäusern wurde nach Verdi-Angaben nur noch ein Notdienst aufrecht erhalten.
Freitag wird in anderen Bundesländern gestreikt
Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes weiten ihre Warnstreiks am Freitag noch einmal erheblich aus. Schwerpunkt der Ausstände sind nach Verdi-Angaben Hessen, das Saarland, Sachsen sowie Sachsen-Anhalt. In Hessen sind knapp 118.000 Bedienstete des Deutschen Wetterdienstes, des Statistischen Bundesamts sowie kommunaler Verwaltungen aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.
Pendler müssen sich im Rhein-Main-Gebiet auf Behinderungen im Nahverkehr einstellen. Im Saarland sind kommunale Verwaltungen, die Müllabfuhr sowie die kommunalen Energiewerke betroffen, in Sachsen sowie Sachsen-Anhalt kommunale Verwaltungen und Betriebe, aber auch die Bundeswehr.
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