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München
Anwohner wegen Beleidigung des Amokläufers angezeigt

Wer ist der Todesschütze von München?
Wer ist der Todesschütze von München? FOTO: Twitter/Screenshot
München . Der Anwohner, der den Amokläufer von München Ali David S. am Olympia-Einkaufszentrum beschimpfte, ist wegen Beleidigung angezeigt worden. Das bestätigte am Mittwoch die Staatsanwaltschaft München.

So bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Florian Weinzierl der Münchener Boulevardzeitung "tz", dass eine Anzeige gegen den Anwohner eingegangen sei. Wer die Anzeige erstattete, werde derzeit noch ermittelt.

Der Anwohner hatte Ali David S. von seinem Balkon aus wüst beschimpft, ihn als "Kanaken" bezeichnet und gesagt, ihm gehöre der Kopf abgeschnitten. Ein Video dieser Konversation tauchte noch am Abend des Amoklaufs im Internet auf. Da die Konversation zwischen dem Anwohner und S. allerdings nach den bisherigen Erkenntnissen erst nach der Tat stattgefunden hat, hätten die Beleidigungen nach vorläufigen Bewertungen keinen Einfluss auf den Tatverlauf gehabt, sagte Weinzierl der Münchener Zeitung. Von der Anzeige bliebe dann nur noch eine "Beleidigung zum Nachteil eines Toten" bestehen - und dies wäre dann gerichtlich schnell abgeschlossen, so der Staatsanwalt.

Ali David S. hatte am Abend des 22. Julis neun Menschen am Olympia-Einkaufszentrum in München erschossen und anschließend sich selbst getötet. Der 18-jährige galt als psychisch labil, aber auch eine rechtsextreme Einstellung als Motiv für seine Tat wurden nicht ausgeschlossen: Dafür sprach unter anderem die Tatsache, dass er seine Tat genau fünf Jahre nach dem Massenmords von Anders Breivik beging und diesen offenbar auch bewunderte.

Alle Informationen zu dem Amoklauf in München finden Sie in unserem Dossier.

(lai )
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