Terror-Prozess gegen Sauerland-Gruppe: Angeklagter relativiert Ausmaß der Anschlagspläne
zuletzt aktualisiert: 03.09.2009 - 14:16Düsseldorf (RPO). In einer weiteren Runde des Prozesses gegen die mutmaßlichen Islamisten der sogenannten Sauerland-Gruppe am Donnerstag in Düsseldorf hat der Mitangeklagte Fritz G. das Ausmaß der geplanten Bombenanschläge relativiert. Es sei zwar darum gegangen "viele" Amerikaner zu töten, auf eine bestimmte Größenordnung habe man sich aber nie festgelegt.
Im Prozess gegen die vier mutmaßlichen Islamisten der "Sauerland"-Gruppe hat der Mitangeklagte Fritz G. das Ausmaß der geplanten Bombenanschläge relativiert. Es sei nicht darum gegangen, so viele Amerikaner wie möglich zu töten, sagte der mutmaßliche Rädelsführer der Gruppe am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf.
Ziel sei gewesen, "viele" Amerikaner zu töten. Über eine bestimmte Größenordnung habe man nie gesprochen, sagte G. Es sei nie festgelegt worden, beispielsweise "2000 oder 1000 Amerikaner" zu töten. Bei der Wahl des Sprengmittels habe er freie Hand gehabt. Das als Zündstoff für die Bomben schließlich Wasserstoffperoxyd verwendet werden sollte, sei mit dem Anführer der Islamischen Dschihad Union (IJU) in Waziristan aber abgesprochen worden. Als gewünschte Größenordnung habe eine Menge von 400 Kilogramm gegolten.
Laut dem verlesenen Vernehmungsprotokoll ließ sich G. von den Anschlagsvorbereitungen auch nach der Stürmung seiner Wohnung durch ein Spezialeinsatzkommando der Polizei im Januar 2007 nicht abbringen. In seiner Wohnung habe sich damals nichts befunden, was auf die Anschläge hätte hindeuten können. Den Schlüssel für die Garage, in der das Wasserstoffperoxyd lagerte, habe er bei seinem Komplizen und Mitangeklagten Atilla S. versteckt. Schon einen Monat nach der Polizeiaktion habe er die Vorbereitungen fortgesetzt.
Die vier Angeklagten im Alter von 23 bis 30 Jahren sollen im Namen der IJU Anschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland geplant haben. Laut Anklage der Bundesanwaltschaft hatten sich die vier Männer dazu zwölf Fässer mit Chemikalien beschafft und in einer Ferienwohnung im sauerländischen Medebach-Oberschledorn damit begonnen, daraus Sprengstoff herzustellen. Im September 2007 waren sie dort von der Polizei festgenommen worden.
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