Sauerland-Gruppe: Anklage gegen Chemikalienhändler erhoben
zuletzt aktualisiert: 07.10.2009 - 17:46Verden (RPO). Neue Entwicklungen im Fall der Sauerland-Gruppe: Die Staatsanwaltschaft Verden hat Anklage gegen einen 38-jährigen Chemikalienhändler aus Hodenhagen (Kreis Soltau-Fallingbostel) erhoben. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, die sogenannte Sauerland-Gruppe mit Chemikalien zur Herstellung von Sprengstoffen beliefert zu haben.
Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, steht er zudem im Verdacht, Betäubungsmittel und gefährliche Chemikalien hergestellt und auch an andere Personen vertrieben zu haben.
Der 44-seitigen Anklageschrift zufolge lieferte der Mann auf Bestellung Chemikalien, die mit anderen Substanzen vermischt zur Herstellung von Sprengstoff dienen. Der Sauerland-Gruppe lieferte er so insgesamt 585 Kilogramm Wasserstoffperoxid. Laut Staatsanwaltschaft hat er gewusst, dass die Gruppe damit Sprengstoff herstellen wollte.
In 123 Anklagepunkten muss sich der 38-Jährige zudem verantworten, die Chemikalie Gamma-Butyrolacton vertrieben zu haben. Diese unterliegt dem Arzneimittelgesetz und wird von Drogenabhängigen als Ersatzdroge konsumiert.
Erkenntnisse aus einem ähnlichen Verfahren in Süddeutschland hatten die Ermittler im November 2007 auf die Spur des Hodenhageners gebracht. Nach zwei bundesweiten Durchsuchungsaktionen wurden insgesamt 270 gesonderte Verfahren eingeleitet.
Der 38-Jährige war damals festgenommen worden. Nachdem er die Taten gestanden hatte, wurde er nach drei Monaten wieder aus der Haft entlassen. Wann der Prozess gegen den Chemiehändler beginnt, ist noch unklar.
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