Unerlaubter Waffenbesitz: Anklage gegen Ex-Stasi-Spitzel Kurras erhoben
zuletzt aktualisiert: 27.08.2009 - 18:25Berlin (RPO). Bei dem ehemaligen West-Berliner Polizisten und Ex-Stasi-Spitzel Karl-Heinz Kurras wurde eine Waffe gefunden, für die er keine entsprechende Erlaubnis hatte. Deswegen hat die Berliner Staatsanwaltschaft nun Anklage erhoben.
Bei einer Durchsuchung sei die Waffe gefunden worden, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Donnerstag. Bei der Durchsuchung in der Wohnung des heute 81-Jährigen hatten Beamte einen Revolver und einen sogenannten Totschläger gefunden. Laut Medienberichten war die Waffe geladen und schussbereit.
Kurras hatte von 1955 bis 1967 für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) die West-Berliner Polizei ausspioniert. Nachdem er am 2. Juni 1967 bei einer Demonstration den Studenten Benno Ohnesorg erschossen hatte, war er als Spitzel abgeschaltet worden.
Seine Mitarbeit bei der Stasi war erst im Frühjahr durch einen Zufallsfund bekanntgeworden und hatte eine breite Debatte über eine Stasi-Überprüfung bei der West-Berliner Polizei ausgelöst. Ein Forschungsprojekt des Berliner Polizeipräsidenten soll nun die Unterwanderung der West-Berliner Behörde durch das MfS überprüfen.
Einen Zusammenhang zwischen der Stasi-Tätigkeit und dem tödlichen Schuss auf den Ohnesorg am Rande einer Demonstration gegen den persischen Schah schließen Experten aus. Kurras war später vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung in mehreren Prozessen freigesprochen worden.
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