Frühere RAF-Terroristin: Anklage gegen Verena Becker im März?
zuletzt aktualisiert: 18.12.2009 - 12:57Karlsruhe/Frankfurt (RPO). Die frühere RAF-Terroristin Verena Becker bleibt in Untersuchungshaft. Im nächsten Jahr muss sie sich womöglich vor Gericht verantworten. Bundesanwalt Rainer Griesbaum sagte am Freitag in Karlsruhe, die Bundesanwaltschaft sei zuversichtlich, "bis Ende März 2010 Anklage erheben zu können gegen Verena Becker".
Dies gelte unabhängig davon, ob die Anklagebehörde bislang geheime Unterlagen von einer Quelle bekomme, die das RAF-Attentat auf Buback vom 7. April 1977 weiter aufklären könnten. Die Bundesanwaltschaft bemüht sich seit Monaten um die Freigabe der Verfassungsschutzakten zum Mord an Buback.
Diese Unterlagen werden zwar laut Bundesanwaltschaft für die Beweisführung benötigt, es gehe aber auch ohne sie. Die Karlsruher Ankläger stehen nach eigenen Angaben wegen der Akten in engem Kontakt mit dem Bundesinnenministerium und warten auf eine Entscheidung über die Herausgabe. Das Bundesinnenministerium hatte im September die frühere Tätigkeit Beckers als Informantin des Verfassungsschutzes bestätigt.
Gegen Becker war Ende August Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts erlassen worden, an der Ermordung Bubacks und seiner zwei Begleiter in Karlsruhe beteiligt gewesen zu sein. Vor der Verhaftung Beckers war deren Wohnung durchsucht worden, nachdem durch Gutachten DNA-Spuren von Becker auf den Briefumschlägen für Bekennerschreiben zu dem Anschlag nachgewiesen worden war. In der Wohnung wurden nach früheren Angaben der Bundesanwaltschaft Unterlagen sichergestellt, deren Inhalt demnach zusammen mit den bereits vorhandenen Beweisen den dringenden Tatverdacht begründeten. Laut Bundesanwaltschaft sollen das gegen Becker gesammelte Material nicht dazu dienen, sie als Schützin bei dem Attentat zu identifizieren.
Generalbundesanwältin Monika Harms unterstrich, die Bundesanwaltschaft sei bemüht, "stets mit Sorgfalt die Taten der RAF zu ermitteln". Dazu hätten die Fortschritte bei der DNA-Analyse beigetragen. Diese wertvollen Hinweise seien für sie wichtiger als "alle dunklen Vermutungen aller Art".
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