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Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte
De Maizière: "Erschreckendes Ausmaß von Anschlägen gegen Asylbewerber"

Anschläge auf Asylbewerber: Rechtsextreme Delikte werden häufiger
FOTO: dpa, bse htf
Berlin. 293 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte hat es in Deutschland zwischen Juni und September gegeben - 274 der Taten entfielen laut Auskunft des Bundestages auf politisch rechts motivierte Kriminalität, von denen seit Jahresbeginn ein deutlicher Anstieg zu beobachten sei. Thomas de Maizière spricht von "erschreckendem Ausmaß".

Von Juli bis September sind in Deutschland 293 politisch motivierte Delikte bekannt geworden, bei denen eine Flüchtlingsunterkunft Tatort oder direktes Angriffsziel war. Das teilte die Regierung nach Auskunft des Bundestages vom Montag als Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion mit. Demnach entfielen 274 der Taten auf politisch rechts motivierte Kriminalität. 13 Menschen seien dabei verletzt worden.

Die Zahlen geben den Kenntnisstand der Regierung vom 22. Oktober wieder. Erkennbar wird darin auch ein deutlicher Anstieg der Delikte: So seien seit Jahresbeginn insgesamt 549 derartige Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte bekannt geworden, von denen 498 politisch rechts motivierter Kriminalität zugeordnet wurden.

Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte am Samstag von einem "erschreckenden Ausmaß von Anschlägen gegen Asylbewerber" gesprochen. Einem Medienbericht zufolge forderte de Maizière die Länder auf, Flüchtlingsunterkünfte besser zu schützen. Dabei äußerte er demnach auch die Befürchtung, dass Rechtsextremisten die Anschläge in Paris vom Freitagabend als Begründung für weitere derartige Attacken nehmen könnten. Bei diesen Anschlägen, zu denen sich die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) bekannte, waren am Freitagabend 129 Menschen getötet und hunderte verletzt worden.

 

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(jf, AFP)
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