Vorsorgemaßnahmen: Antibiotika für 70 Personen nach Meningitis-Tod einer 15-Jährigen
zuletzt aktualisiert: 18.07.2005 - 12:34Regensburg (rpo). Nachdem eine 15-jährige Gymnasiastin in der Nacht zum Sonntag an Hirnhautentzündung gestorben ist, haben die Behörden im Landkreis Regensburg umfangreiche Vorsorgemaßnahmen eingeleitet. Rund 70 Kontaktpersonen wurden vorsorglich mit Antibiotika behandelt.
Wie der Leiter des Regensburger Gesundheitsamtes, Heinrich Körber, am Montag erklärte, war das Mädchen in der Nacht zum Sonntag gegen ein Uhr mit heftigen Krankheitssymptomen in ein Klinikum eingeliefert worden.
Die 15-Jährige starb nur fünf Stunden später, nachdem jede ärztliche Hilfe bei der rasch ausbrechenden Krankheit zu spät kam.
Noch am Sonntag versuchten die Behörden sämtliche Kontaktpersonen der 15-Jährigen zu ermitteln. Darunter waren auch die 25 Mitschüler der Gymnasiastin sowie 40 Gäste einer Party, die die Schülerin noch am Freitagabend besucht hatte. "Wenn sich alle Kontaktpersonen mit Antibiotika behandeln lassen, kann ein Ausbruch der Krankheit ausgeschlossen werden", sagte Gesundheitsamtsleiter Körber.
Die Krankheit beginne zunächst mit unspezifischen Symptomen, die einer leichten Sommergrippe ähneln könnten, erklärte der Mediziner. Von einer Stunde auf die andere könne es dann zu einem schweren Ausbruch der Hirnhautentzündung kommen, die statistisch in einem von zehn Fällen tödlich ende.
Ort der Ansteckung nicht zu ermitteln
"In dem Fall der Jugendlichen hatten wir einen sehr schnellen Krankheitsverlauf, ohne dass die Ärzte noch etwas für sie konnten", sagte Körber.
Wo sich die 15-Jährige angesteckt habe, sei höchstwahrscheinlich nicht mehr zu ermitteln. Dass dies auf der Party am Freitag geschah, sei jedoch mit Sicherheit ausgeschlossen, da die Inkubationszeit zwischen einer Woche und zehn Tagen betrage.
Bei 10 bis 15 Prozent aller Krankheitsfälle komme es jedoch vor, dass die Betroffenen den Erreger bereits ein ganzes Leben in sich getragen haben, bis die Krankheit meist in Zusammenhang mit einer Immunschwächung durch eine andere Infektion ausbreche, erklärte der Gesundheitsamtsleiter.
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