Sender für Punkmusik: Arbeitsloser Henrico Frank hat Job in Aussicht
zuletzt aktualisiert: 17.01.2007 - 19:23Frankfurt/Main (RPO). Deutschlands berühmtester Arbeitsloser hat einen Job in Aussicht: Wie der Musiksender iMusic TV in Frankfurt am Main bestätigte, will das Unternehmen dem 37-Jährigen eine Stelle in der Musikredaktion mit Schwerpunkt Punkmusik anbieten. Am Donnerstag wird sich entscheiden, ob Henrico Frank die Stelle bekommt.
Henrico Frank habe sich in einem ersten Bewerbungsgespräch sehr interessiert und motiviert gezeigt, sagte die Pressesprecherin von iMusic TV, Christiane Förster. Für Donnerstag sei ein zweites Treffen geplant. Danach werde die Entscheidung fallen, ob er den Job bekomme, sagte Förster. Gegenüber dem Berliner "Tagesspiegel" äußerte Deutschlands berühmtester Arbeitsloser: "Ich kann mich wo einbringen, wo ich auch Ahnung von hab', es ist schon eine Art Traumjob. Ich hab' Spaß an der Musik."
"Wir wollen ihm eine faire, menschliche Chance geben", sagte Marco Quirini von der Unternehmensleitung des Musiksenders. "Man braucht hier keinen Doktortitel, aber er wird sich beweisen müssen, wie jeder andere auch." Frank sagte, dass sein neuer Arbeitgeber mit einem Bart kein Problem habe. Beim Vorstellungsgespräch sei er sogar gefragt worden, ob er nicht wieder einen Nasenring tragen wolle. "Sie haben gesagt: Das bist doch sonst gar nicht Du", sagte Frank.
Der Frankfurter Musiksender ist nach eigener Darstellung seit dem 24. Mai 2006 auf Sendung. Das Programm wird digital über Satellit und analog über Kabel ausgestrahlt. Nach eigenen Angaben erreicht iMusic TV derzeit bundesweit rund elf Millionen Haushalte.
Frank wurde im vergangenen Dezember bundesweit bekannt, als er SPD-Chef Kurt Beck auf dem Wiesbadener Weihnachtsmarkt wegen der Hartz-IV-Gesetze öffentlich angriff. Beck riet Frank daraufhin, sich zu waschen und zu rasieren. Dann werde er einen Job erhalten. Mehrere Jobangebote, etwa als Müllwerker oder Malergehilfe, die Beck dem Arbeitslosen übermitteln ließ, schlug der gesundheitlich beeinträchtigte Frank anschließend aus. Ihm droht nun eine 30-prozentige Kürzung des Arbeitslosengelds II.
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