| 16.42 Uhr

Probleme in Atomkraftwerk
Leck im AKW Lingen beseitigt

Atomkraftwerk Lingen - Anlage wird wieder hochgefahren
Dieses Archivbild zeigt das AKW in Lingen. FOTO: dapd, APN
Lingen. Das Atomkraftwerk Emsland musste nach einer Leckage für einige Tage vom Netz genommen werden. Die Probleme sind mittlerweile beseitigt. Bereits am Sonntag soll es wieder Strom ins Netz speisen. Anti-Atomkraft-Initiativen fordern das Aus für den Meiler.

Das wegen einer Leckage vom Netz genommene Atomkraftwerk Emsland in Lingen wird wieder hochgefahren. Die defekte Dichtung einer Armatur sei repariert worden, sagte RWE-Sprecher Olthar Lambertz am Samstag. Nach aktueller Einschätzung werde das Werk von Sonntagmittag an wieder Strom ins Netz speisen. Nach dem Zwischenfall fordern Anti-Atomkraft-Initiativen das sofortige Aus für das Werk.

Der Betreiber RWE und die Atomaufsicht in Hannover müssten das Kernkraftwerk umgehend vom Netz nehmen, bevor es wegen fortschreitender Materialermüdung zu weiteren Pannen und Problemen komme, verlangten mehrere Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz. An dem 27 Jahre alten Reaktor habe es bereits 2012 Leckagen am Entwässerungs- sowie am nuklearen Abwasseraufbereitungssystem gegeben. 2013 sei es zu einem kleinen Feuer gekommen. Im November 2014 hatten die Initiativen nach eigenen Angaben eine Resolution zur sofortigen Stilllegung auf den Weg gebracht.

Hintergrund: Bewertungsskala für nukleare Ereignisse

Das Atomkraftwerk war am Freitag abgeschaltet worden. Der Vorfall habe nicht zu einer Gefährdung der Mitarbeiter, der Umgebung oder der Anlage geführt, sagte Lambertz. Alle Maßnahmen seien in Abstimmung mit Behörde und Gutachter erfolgt. Die Kleinstleckage sei wie zuvor vermutet an einer Probenahmeleitung des Primärkreises festgestellt worden. Das Vorkommnis werde gemäß den deutschen Meldekriterien in die Kategorie N (normal) eingestuft und der Behörde fristgerecht gemeldet.

In Niedersachsen sind derzeit noch zwei Atomkraftwerke am Netz: die Meiler Emsland in Lingen und Grohnde in Emmerthal bei Hameln. Das Werk Emsland soll 2022 als letzter niedersächsischer Atomreaktor abgeschaltet werden.

(dpa)
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