Berliner Geiselnehmer in Psychiatrie eingewiesen: Attacke unter Wahnvorstellungen
zuletzt aktualisiert: 23.11.2007 - 08:11Berlin (RPO). Der Geiselnehmer, der am Mittwoch im Berliner Hauptbahnhof einen Mann mit einem Messer bedroht hat, kommt nun in eine Psychiatrie. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft könnte der 26-Jährige während seiner Tat an Wahnvorstellungen gelitten haben. Diese seien möglicherweise durch Drogenkonsum noch verstärkt worden.
Der Mann wohnt im Südwesten Deutschlands und war laut Staatsanwaltschaft kurz vor der Tat mit dem Zug in Berlin angekommen. Allerdings konnte er später nicht erklären, warum er überhaupt in die Hauptstadt gereist war. Sein verwirrter Zustand war einem Zeugen erstmals in einem Telekommunikationsladen aufgefallen, von wo er in das angrenzende Café ging. Dort führte er lautstark Selbstgespräche und wurde zum Verlassen des Lokals aufgefordert. Nachdem er sich auch durch zwei Bundespolizisten nicht beruhigen ließ, zog er das Messer und bedrohte den Kellner. Zwei Stunden später konnte er von der Polizei überwältigt werden.
Der Mann hatte während der Geiselnahme unter anderem 30.000 Euro und die Zusage von Straflosigkeit gefordert. Kurz bevor er überwältigt werden konnte, soll er zudem mit dem Messer versucht haben, einen Polizisten am Oberkörper zu treffen. Den Unterbringungsbefehl erließ ein Ermittlungsrichter am Amtsgericht Tiergarten. Dem 26-Jährigen wird erpresserischer Menschenraub und versuchter Totschlag zur Last gelegt.
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