| 15.23 Uhr

Ermittlungen nach Razzia in NRW und Berlin
Foto zeigt Terrorverdächtigen schwer bewaffnet

Attendorn: Foto zeigt Terrorverdächtigen schwer bewaffnet
FOTO: dpa, dna fpt
Berlin. Der 34-Jährige Algerier, den Fahnder am Donnerstag wegen Terrorverdacht festnahmen, war offenbar im Umgang mit Waffen vertraut. Ein von der Polizei veröffentlichtes Foto zeigt ihn mit Sturmgewehren und Pistole. 

Der Mann war am Donnerstag mit seiner Ehefrau in einer Flüchtlingsunterkunft in Attendorn (Nordrhein-Westfalen) festgenommen worden. Derzeit wird gegen die beiden ermittelt, sie sollen einen Terroranschlag in Berlin geplant haben.

Der Algerier sei gemeinsam mit seiner Familie Ende des vergangenen Jahres nach Deutschland eingereist und habe mit syrischen Personalien einen Asylantrag gestellt, teilte die Polizei mit. Er soll zuvor in Syrien militärisch ausgebildet worden sein. 

Diese Annahme stützt nun auch das in Umlauf gebrachte Bild. Darauf ist zu sehen, wie er mit einer Pistole in der Hand neben militärischem Gepäck hockt. An der Wand lehnen Sturmgewehre. Der Mann trägt eine schwarze Kappe mit einem arabischen Schriftzug.

Am Freitag berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa), das Ehepaar habe mehrere Identitäten genutzt. So sei der 34-jährige Hauptverdächtige außer mit seinem richtigen Nachnamen mit mindestens drei falschen Familiennamen aufgetreten. Die dpa beruft sich auf Angaben aus Sicherheitskreisen. ebenfalls festgenommene 27 Jahre alte Ehefrau nutzte demnach mindestens eine Alias-Identität.

Die Familie habe bei der Registrierung als Flüchtlinge in Bayern gefälschte Pässe vorgelegt, bestätigten die Kreise einen Bericht des "Spiegel". Nach Darstellung des Magazins fand die Einreise am 28. Dezember statt. Der Mann habe sich als in Aleppo geborener Syrer ausgegeben. Das Magazin schrieb zudem, ein Foto zeige den Mann beim Essen mit einer Person aus dem Umfeld der Paris-Attentäter vom November. Die Zeitung "Die Welt" meldete, der 34-Jährige habe in Kontakt zum IS-Planungschef für Attentate im Ausland gestanden und sei mit diesem fotografiert worden.

Hinweise auf einen konkret geplanten Anschlag in Berlin bestätigten sich bislang nicht. Dem Verfassungsschutz liegen keine entsprechenden Belege vor, teilte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin" mit. Es habe aber konkrete Hinweise darauf gegeben, "dass es Leute in Deutschland gibt, die Planungen verfolgen, Anschläge zu begehen".

Die Berliner Polizei ermittelt nach den Razzien in NRW, Berlin und Niedersachsen am Donnerstag gegen insgesamt vier verdächtige Algerier im Alter zwischen 26 und 49 Jahren. Als Hauptverdächtiger gilt der 34-Jährige, der am Donnerstagmorgen in einem Flüchtlingsheim in Attendorn im Sauerland festgenommen wurde.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen wurden die Pläne für einen Anschlag im Frühstadium durchkreuzt, konkrete Anschlagsziele waren noch nicht ausgekundschaftet. 

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte der Polizei schon im Dezember den ersten Hinweis wegen Terrorverdachts auf den am Donnerstag in Berlin festgenommenen 49 Jahre alten Algerier gegeben und hatte die Verdächtigen in den vergangenen Wochen intensiv überwacht.

(pst/dpa/lnw)
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