Viele Bahnstrecken in NRW gesperrt: Aufräumarbeiten gehen nur mühsam voran
VON PHILIPP STEMPEL - zuletzt aktualisiert: 14.07.2010 - 06:59Düsseldorf (RPO). Tausende Pendler müssen umdisponieren. Am Dienstag waren in NRW nach den Unwettern weiterhin zahlreiche Bahnstrecken gesperrt. Die Aufräumarbeiten gingen nur mühsam voran. Am frühen Nachmittag blieben mehrere Strecken gesperrt. Vor allem die Regionen Düsseldorf und Essen sind betroffen. Für Mittwoch wird das nächste Unwetter erwartet, das ebenfalls zu Ausfällen im Bahnverkehr führen könnte.
Bis auf Weiteres rechnet die Bahn weiterhin mit erheblichen Verspätungen und Zugausfällen. Zahllose Bäume sind bei den Orkanböen vom Montag auf Gleise und in die Oberleitungen gestürzt. "Die Bäume liegen kreuz und quer", sagte Bahnsprecher Gerhard Felser auf Anfrage unserer Redaktion. Die Schäden an den Oberleitungen und die Folgen von Blitzeinschlägen machen der Bahn auch am Tag danach zu schaffen.
Dadurch kam es am Dienstagmorgen zu erheblichen Beeinträchtigungen im regionalen Nahverkehr. Wie lange die Arbeiten noch andauern, war am Morgen kaum vorherzusehen. "Das ist schwierig zu sagen", hieß es bei der Bahn. Sie hofft darauf, sie "im Laufe des Tages" abschließen zu können. Näher wollte sich der Sprecher nicht festlegen.
Nur nach und nach konnten erste Strecken wieder freigegeben werden. Gegen Mittag fuhren erste Züge wieder die Verbindung zwischen Rommerskirchen und Mönchengladbach. Auf anderen Strecken lässt sich zumindest der Aufwand der Arbeiten besser abschätzen. Die Bahn betreibt auf den meisten Linien einen Busersatzverkehr.
Am schwierigsten stellt sich die Lage auf der Strecke zwischen Oberhausen und Emmerich dar. Die Strecke ist möglicherweise erst im Laufe des Mittwochs wieder befahrbar. Dort haben nach Angaben der Bahn an mindestens drei Stellen Bäume und Äste Oberleitungen zu Boden gerissen. "Das kann auch bis morgen dauern, sagt Bahnsprecher Felser. Derzeit sei ein Erkundungsteam unterwegs.
Der gesamte Bahnverkehr zwischen dem Ruhrgebiet und den Niederlanden ist derzeit lahmgelegt. Bevor die Züge wieder fahren können, mussen Arbeiter in zäher Handarbeit Äste und Baumstämme zersägen und von den Gleisen schaffen. Dort, wo die Oberleitungen zu Boden gerissen sind, muss ein Spezialfahrzeug anrücken, ein sogenanntes Turmtriebfahrzeug, mit dem sich auf einer Arbeitsbühne die Leitungen neu ziehen lassen.
Nach Angaben der Bahn (Stand: 22.10 Uhr) sind derzeit noch folgende Strecken gesperrt.
RE 2: Ausfall zwischen Mönchengladbach Hbf und Krefeld Hbf, Busersatzverkehr ist eingerichtet.
RE 5: Ausfall zwischen Oberhausen Hbf und Emmerich, Busersatzverkehr ist eingerichtet.
RB 35: Ausfall der gesamten Linie von Düsseldorf über Duisburg nach Wesel
Eine Übersicht der aktuellen Ausfälle liefert die Bahn auf ihren Seiten im Internet.
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Die schweren Gewitter mit Sturmböen, die das Bahn-Chaos verursacht haben, waren am Montag über das Rheinland und den Niederrhein hinweggezogen. Der Bahnverkehr in NRW kam fast vollständig zum Erliegen.
Betroffen waren unter anderem die vielbefahrenen Verbindungen zwischen Köln und Aachen sowie Düsseldorf und Köln. Die Bahnstrecke zwischen Oberhausen und Emmerich war komplett gesperrt, sodass der Zugverkehr zwischen Ruhrgebiet und den Niederlanden unterbrochen war. In vielen Städten waren die Feuerwehren im Dauereinsatz, nach Polizeiangaben starb bedingt durch das Unwetter eine Frau in Köln, mehrere Menschen wurden verletzt.
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