Wetterprognose Deutschland: August feuchter und kühler als im Schnitt
VON TANJA WALTER - zuletzt aktualisiert: 16.08.2010 - 19:49Frankfurt/Main/Essen (RPO). Der Sommer scheint sich zu verabschieden. Dauerregen ließ am Wochenende in weiten Teilen Deutschlands schon Herbststimmung aufkommen. Und für die nächsten Tage prognostiziert der Deutsche Wetterdienst durchwachsenes Wetter.
In Nordrhein-Westfalen schwinden die Aussichten auf einen sonnigen Spätsommer. Stattdessen soll das Wetter unbeständig und regnerisch bleiben. Die Hundstage, die nach alter Bauernweisheit sommerliche Hitze bringen und bis zum 28. August andauern, lösen dieses Jahr nicht ein, was sie nach alter Weisheit versprechen.
Sommer verabschiedet sich langsam
Im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich der August bislang feuchter und auch kühler als es im Schnitt in diesem Monat ist. "2003 war der großartigste August - mit durchschnittlich 20,6 Grad", erklärt Gerhard Müller-Westermeier vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Normalerweise liegen die Temperaturen im Schnitt bei 16,5 Grad auf den Monat gesehen. Da ab Mitte des Monats aber der Sommer schon beginnt nachzulassen, wird für den ganzen Monat gesehen diese Durchschnittstemperatur vermutlich nicht erreicht.
Am Montag sollte es nach Angaben des DWD in Essen weitere ausgedehnte Regenfälle mit gelegentlichen Gewittern geben. An den Flussläufen im Bergland kann die Hochwassergefahr steigen. Die Höchsttemperatur erreicht kaum noch die 20 Grad.
Wer an den letzten Ferientagen in Nordrhein-Westfalen zuverlässig Sonne erhaschen möchte, der sollte das Bundesland verlassen und sich Richtung Nordseeküste aufmachen. Helgoland hat bislang mit 113 Stunden Sonnenschein am besten abgeschnitten und auch Sankt Peter Ording liegt derzeit auf der Sonnenseite.
Starke Niederschläge setzen Bauern zu
Gummistiefel sind jedoch bei Ausflügen nach Sachsen und das östliche Brandenburg sowie in den Allgäu gefragt. Mit 197 Millimetern Niederschlag liegt der Allgäu und auch Sachsen (197 mm) weit über dem allgemeinen Mittelwert für Deutschland, der im August bei 77 Millimetern liegt, wie Gerhard Müller-Westermeier erklärt.
Wirtschaftlich wird sich das wechselhafte Wetter vor allem bei den Landwirten bemerkbar machen. Erst Hitze, dann Regen: Die Bauern befürchten deutliche Ernteeinbußen. Bei Kartoffeln und Mais wird eine deutlich geringere Ernte erwartet. Nun stellen sich die Landwirte auch auf geringere Erträge beim Getreide ein.
Im Juli war es wegen zu großer Hitze zunächst viel zu schnell gereift und nun prasseln Niederschläge nieder, die dazu führen, dass die Ernte nur schleppend eingeholt werden kann, berichtet der Deutsche Bauernverband. Zehn Prozent Einbußen soll es bei den Getreideernten geben.
Prognose für die Woche
Der Dienstag beginnt noch mit weiteren Regenschlägen, die sich allerdings im Tagesverlauf abschwächen. Zumindest im Rheinland soll es dann bei auflockernder Bewölkung niederschlagsfrei bleiben. Mit Höchsttemperaturen um die 20 Grad bleibt es relativ kühl. Es soll stark bewölkt bleiben, im Norden noch einzelne Schauer geben.
Nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes bessert sich das trübe Wetter eventuell ab Mittwoch ein wenig. Zur Wochenmitte deutet sich vor allem für den Süden und die Mitte Deutschlands wieder besseres Wetter an, nach Nordwesten hin bleibt es jedoch wechselhaft.
Doch noch muss man nicht den Kopf in den Sand stecken und darf seinen Optimismus trotz mäßiger Wetterprognosen bewahren. Denn die Wetterfrösche tun sich nach Information des DWD schwer mit ihren Prognosen.
Der Grund: Viele kleinräumige Tiefs über Mitteleuropa und "das Nebeneinander sehr unterschiedlichen Wetters birgt ein hohes Risiko mit der Vorhersage total daneben zu liegen", erklärt Bernd Zeuschner vom DWD.
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