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Amokdrohung an Schule in Schwalmtal: Aus Panik haben viele geweint

VON KERSTIN DE HAAS - zuletzt aktualisiert: 27.03.2009 - 17:11

Schwalmtal (RPO). Erst die Durchsage des Rektors, dann zig bis an die Zähne bewaffnete Polizisten in Kampfanzügen: Die Amokdrohung eines 15-Jährigen hat die Schüler des Schulzentrums Waldniel in Schock versetzt. Viele haben aus Panik in ihren eingeschlossenen Klassenräumen geweint.

"Um 9 Uhr hat der Rektor eine Durchsage gemacht, da waren wir alle geschockt und dachten direkt an Winnenden", erzählt Sarah. Die 13-Jährige saß gerade im Mathe-Unterricht an der Realschule im Waldnieler Schulzentrum, als die Warnung kam: "Achtung, die Polizei rückt an, wir haben eine Amokdrohung!"

Ein 15-Jähriger soll am Morgen im Schulbus zu einem 12-Jährigen gesagt haben, er habe eine Pistole unter dem Pullover und wolle im Schulzentrum Waldniel "Trouble machen". Eine 12-jährige Schülerin hatte das Gespräch mit angehört und gleich die Schulleitung informiert, die wiederum die Leitstelle verständigte. Der 15-Jährige war namentlich bekannt, er selbst ist nicht Schüler in Waldniel.

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Hotline übers Wochenende

Für die Betroffenen der Amokdrohung am Freitagmorgen im Schulzentrum Waldniel wurde eine seelsorgerische Hotline eingerichtet. Unter 0173-9878802 können Schüler und Eltern psychologische Hilfe bekommen.

Die Polizei rückte gleich mit einem Großaufgebot aus und fahndete mit Hochdruck nach dem 15-Jährigen und seinem Gesprächspartner. Das Schulzentrum wurde in der Zwischenzeit abgeriegelt, niemand kam mehr unkontrolliert rein oder raus. Gegen 11 Uhr konnten die Fahnder die beiden Jugendlichen in der Ortsmitte vorläufig festnehmen - sie schwänzten gerade die Schule. Waffen fanden die Beamten nicht.

Schüler und Eltern in großer Angst

Unterdessen saßen die Schüler eingeschlossen in ihren Klassenräumen. Sarah und ihre Mitschüler der achten Klasse waren im Keller des Gebäudes und konnten durch die Fenster nach oben nur Polizisten sehen. "Insgesamt waren wir vier Stunden eingesperrt, immer wieder brachen einige in Panik aus. Ich habe auch geweint, weil ich einfach große Angst hatte", erzählt sie im Gespräch mit RP ONLINE. Damit alle mal auf die Toilette gehen konnte, riegelten Polizisten einen Teil des Gebäudes vorübergehend ab.

Angst und Panik herrschte auch außerhalb des Schulzentrums. Dort warteten Eltern und Großeltern auf ihre Kinder und Enkel. Viele weinten und hielten zitternd ihre Handys fest, bis die Schüler am Mittag endlich die Gebäude verlassen konnten.

"Es war Gefahr im Verzug. Wir mussten damit rechnen, dass ein bewaffneter potenzieller Amokläufer unterwegs ist. Uns blieb keine Zeit für lange Ermittlungen", sagte Polizeichef Utz Schmidt am Nachmittag bei einer Pressekonferenz in der Kreispolizeibehörde Viersen, der gleichzeitig um Verständnis für den "Riesenaufwand" bat. Ausdrücklich lobte er das Verhalten des 12-jährigen Mädchens, das sofort die Schulleitung verständigt hatte.

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