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Mexiko Schweinegrippe Panorama, AP 2009-0425
  Foto: AP, AP
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Bund und Länder bereiten sich vor: Ausbruch der Schweinegrippe alarmiert deutsche Behörden

zuletzt aktualisiert: 26.04.2009 - 16:34

Mexiko-Stadt/Berlin (RPO). Ein drohendes Überschwappen der Seuche versetzt auch die deutschen Gesundheitsbehörden in Alarmbereitschaft. Bund und Länder stimmten am Sonntag einheitliche Empfehlungen ab, wie im Verdachtsfall vorzugehen ist. Das Risiko für Deutschland sei noch nicht zu bewerten, bekräftigte das Robert-Koch-Institut. Reisewarnungen nach Mexiko durch das Auswärtige Amt gibt es bisher nicht.

Die mexikanische Regierung hatte am Wochenende drastische Maßnahmen gegen die Ausbreitung der tödlichen Grippewelle verhängt, an der bereits mehr als 1.300 Menschen erkrankt und mehr als 80 gestorben sind. Das Besondere an der Krankheit ist der neuartige Erreger, der Influenzaviren vom Schwein, von Vögeln und vom Menschen verbindet und gegen den es keinen eigenen Impfstoff gibt. Besorgt sind Experten vor allem, weil das Virus A/H1N1 offenkundig nicht nur vom Schwein zum Menschen, sondern auch von Mensch zu Mensch übertragen wird.

Potenzial einer Pandemie

RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher verwies am Sonntag auf die Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO, dass der Erreger zu einer Pandemie - also einer weltweiten Epidemie - führen könnte. Allerdings habe die WHO noch keine höhere Warnstufe ausgerufen. Das RKI bleibe bei der Einschätzung, dass das Risiko einer Pandemie noch nicht zu bewerten sei.

Dennoch stimmten Bund und Länder am Sonntag einheitliche Empfehlungen ab, wie man mit Verdachtsfällen umgehen solle. Die Fluggesellschaften seien bereits grundsätzlich auf den Ausbruch von Infektionskrankheiten vorbereitet, ebenso die zuständigen Gesundheitsämter vor Ort sagte Glasmacher. Nun gehe es darum, Empfehlungen speziell für den Umgang mit dem neuen Erreger abzugeben und zu vereinheitlichen.

Eine Reisewarnung für Mexiko gibt es zunächst nicht, wie das Auswärtige Amt am Sonntag bekräftigte. Die Botschaft in Mexiko und ein Regionalarzt beobachteten die dortige Lage sehr genau und stünden mit den örtlichen Behörden in Kontakt, sagte ein Außenamtssprecher. Gegebenenfalls werde man reagieren. Reisewarnungen sind jedoch sehr selten. Ausschlaggebend wäre eine akute Gefahr für Leib und Leben deutscher Staatsbürger. In Mexiko leben laut Auswärtigem Amt etwa 15.000 Deutsche. Außerdem ist es ein beliebtes Reiseland.

Flugbetrieb läuft

Da die Behörden die Lage noch beobachteten, lief auch der Flugbetrieb wie gehabt. So wurde etwa am größten deutschen Flughaften Frankfurt am Main für den Nachmittag ein Flug aus Mexiko-Stadt erwartet. Besondere Vorkehrungen seien nicht getroffen worden, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Notfallpläne - gerade zur Infektionsabwehr - gebe es. Sie träten aber erst auf Anordnung der Gesundheitsbehörden in Kraft.

Auch am Airport in München ist man sensibilisiert. Flughafensprecher Florian Steuer sagte "Antenne Bayern": "Sollte ein Fluggast oder ein Crewmitglied entsprechende Symptome zeigen, wird er gemäß eines mit den Gesundheitsbehörden abgestimmten Alarmplans vom Medizinischen Dienst betreut und in ein Krankenhaus gebracht."

Experten warnen seit Jahren vor einer Grippe-Pandemie. Gemeint ist die weltweite Ausbreitung eines Virus, gegen den keine Impfmöglichkeit besteht. Für den Fall haben auch deutsche Behörden aufwendige Vorsorge- und Krisenablaufpläne erarbeitet und unter anderem große Mengen antiviraler Medikamente eingelagert. Ausschlaggebend ist die Einschätzung durch die WHO.

Quelle: AP

 
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