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Untersuchung
Ausländer werden bei Wohnungssuche benachteiligt

Ausländer bei Wohnungssuche benachteiligt
Ein Mietshaus (Symbolbild). FOTO: dpa, kdg dna
Berlin. Einer aktuellen Erhebung zufolge werden Männer mit türkisch und arabisch klingenden Namen bei der Suche nach Wohnungen von Immobilienbesitzern in Deutschland diskriminiert. Besonders schlechte Aussichten haben ausländische Wohnungssuchende in München.

Immobilienbesitzer diskriminieren Ausländer einer Untersuchung zufolge bei der Wohnungssuche gegenüber deutschen Mitbewerbern teils erheblich. Am stärksten betroffen sind Männer mit türkischen und arabischen Namen sowie ausländische Wohnungssuchende in München, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Datenrecherche des Bayerischen Rundfunks (BR) ergab.

Für die Untersuchung hatten Datenjournalisten des BR und des Magazins "Spiegel" automatisiert 20.000 Anfragen auf Mietwohnungen mit inhaltlich vergleichbaren Bewerbungen von fiktiven Profilen verschickt. Dabei ließen die Namen der vorgeblichen Interessenten auf deren unterschiedliche Herkunft schließen - neben deutschen, türkischen und arabischen wurden polnisch und italienisch klingende Namen benutzt.

Das Ergebnis: In etwa einem Viertel der Fälle wurden Bewerber mit türkischem oder arabischem Namen nicht zu einer Wohnungsbesichtigung eingeladen, deutsche Interessenten aber schon.

Unter den zehn untersuchten Großstädten ist München der "Härtefall": In der selbsternannten "Weltstadt mit Herz" sind die Chancen für Ausländer, eine Einladung zur Wohnungsbesichtigung zu bekommen, nur halb so groß wie die eines Deutschen. In Magdeburg und Leipzig ist der Chancenunterschied zwischen deutschen und ausländischen Bewerbern dagegen am geringsten.

(th/AFP)
 
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