Morsleben: Ausschreitungen vor Atommüll-Endlager
zuletzt aktualisiert: 03.09.2009 - 11:57Morsleben (RPO). Bei Protesten von Atomkraftgegnern vor dem Atommüll-Endlager in Morsleben ist es am Donnerstag zu Ausschreitungen gekommen. Nach Polizeiangaben hatten mehrere Dutzend Demonstranten versucht, zwei Tore zum Gelände des Lagers gewaltsam zu öffnen.
Die Atomkraftgegner rüttelten am Tor und skandierten Parolen gegen die Polizei. Die hinter dem Zaun postierten Beamten setzten Pfefferspray und Hunde gegen die Demonstranten ein.
Nach Augenzeugenberichten soll bei weiteren Protesten einige Hundert Meter vom Atommüll-Endlager Morsleben einer der Polizisten seine Pistole gezogen, aber nicht geschossen haben. Die ursprünglich eingesetzten 24 Beamten wurden im Laufe des Vormittags durch weitere Einsatzkräfte aus der Börde, Magdeburg, Halberstadt und dem angrenzenden Niedersachsen verstärkt.
Morsleben war das Atommüll-Endlager der DDR. Mit der deutschen Einheit ging es 1990 in den Besitz des Bundes über. In dem Salzstock lagern rund 400 000 Kubikmeter schwach und mittelradioaktiver Atommüll. 1998 verhängte das Oberverwaltungsgericht Magdeburg einen Einlagerungsstopp. Derzeit läuft das Verfahren zur endgültigen Stilllegung.









dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.