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Türkei
Fünf Tote nach Anschlag auf Polizeistation

Istanbul: Bombenanschlag auf Polizeifahrzeug
Istanbul: Bombenanschlag auf Polizeifahrzeug FOTO: dpa, tb ms
Midjat . Nur einen Tag nach dem verheerenden Anschlag in Istanbul sind bei einer weiteren Autobomben-Explosion in der Südosttürkei mindestens fünf Menschen getötet und 51 weitere verletzt worden.

Der Selbstmordattentäter hat bei dem Anschlag auf ein Polizeirevier fünf Menschen getötet. 51 Menschen seien verletzt worden, darunter 23 Zivilisten, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Bei den Toten handelte es sich demnach um drei Zivilisten sowie zwei Polizistinnen, von denen eine schwanger war. Es gebe starke Hinweise, dass die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für die Tat in Midjat in der Provinz Mardin verantwortlich sei, hieß es aus dem türkischen Innenministerium.

Erst am Dienstag war eine Autobombe im morgendlichen Berufsverkehr in Istanbul explodiert und hatte elf Menschen in den Tod gerissen. Während in der Metropole die Begräbnisse der Opfer stattfanden, explodierte in Midjat nahe der syrischen Grenze die nächste Bombe.

Ministerpräsident Yildirim: PKK ist verantwortlich

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim machte für diesen Angriff die "mörderische PKK-Organisation" verantwortlich. Ein Sprecher von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan relativierte diese Aussage später aber wieder und sagte, Yildirim habe sich auf den Istanbuler Anschlag bezogen. Es sei noch zu früh, um zu sagen, wer hinter jenem in Midjat stecke.

Türkische Medien berichteten, der Selbstmordattentäter habe sein mit einer halben Tonne Sprengstoff gefülltes Auto in eine Betonbarrikade vor der Polizeizentrale der Stadt gerammt. An der gleichen Straße liegen eine Reihe von Cafés und Läden. Auf Fernsehbildern war über dem Tatort dicker Rauch zu sehen, die Fassade des Gebäudes schien zerstört zu sein.

Wie bei vorherigen Anschlägen auch verhängten die türkischen Behörden eine Nachrichtensperre. Weder Fotos vom Anschlagsort noch Einzelheiten zu den Ermittlungen durften veröffentlicht werden. Drei Reporter, die zur Berichterstattung über den Angriff nach Midjat gereist waren, wurden von Einwohnern attackiert und kamen ins Krankenhaus, wie einer der Journalisten, Mahmut Bozarslan, sowie mehrere Medienhäuser berichteten.

Anschläge und Kämpfe mit der PKK haben seit vergangenem Sommer geschätzt 500 türkische Soldaten und Polizisten sowie 4900 Rebellen das Leben gekostet. Anadolu berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass türkische Kampfjets auch am Mittwoch PKK-Stellungen in der Provinz Diyarbakir sowie im Nordirak angegriffen hätten. 22 PKK-Kämpfer seien zudem bei Luftangriffen am Sonntag getötet worden, hieß es.

Neben der PKK hat in den vergangenen Monaten auch die Terrormiliz Islamischer Staat Anschläge in der Türkei verübt. Das Land ist Teil des von den USA angeführten Militärbündnisses gegen den IS.

(rent/ap/dpa/is)
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