Ehemaliges Essener Zechengelände: Autos versinken in acht Meter tiefem Krater
zuletzt aktualisiert: 09.01.2011 - 15:48Essen (RPO). Drei Autos sind am Sonntag in einem acht Meter tiefen Krater in Essen verschwunden. Das Loch entstand bei einem Tagesbruch. Es liegt in einem Gewerbegebiet auf einem ehemaligen Zechengelände, heute befindet sich dort eine Autowerkstatt. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei mitteilte.
Der Krater war am Sonntagvormittag bemerkt worden. Er hatte einen Durchmesser von acht bis neun Metern und eine Tiefe von acht Metern. Drei auf dem Gelände der Autowerkstatt geparkte Pkw versanken in dem Loch. Das Bergamt wurde für weitere Untersuchungen eingeschaltet.
Der Krater ist nach bisherigen Erkenntnissen nicht wetterbedingt entstanden. An Rhein und Ruhr kommt es regelmäßig zu Erdeinbrüchen auf ehemaligen Bergbaugebieten. So ist es im Ruhrgebiet und im Siegerland bereits mehrfach zu so genannten "Tagebrüchen" gekommen. Im Februar 2004 stürzte in Siegen-Rosterberg eine alte Erzgrube ein – zwei Mietshäuser wurden zu Ruinen. Vier Jahre zuvor war die Erde in Wattenscheid-Höntrop plötzlich weggesackt. Ein fast 30 Meter tiefes Loch blieb zurück. Seit 1986 hat die zuständige Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung Bergbau und Energie, in NRW 1600 Tagebrüche registriert.
Nach Meinung der Wissenschaftler des Geologischen Dienstes in Krefeld besteht die Gefahr solcher unvorhersehbaren Ereignisse in vielen Teilen von Nordrhein-Westfalen auch aus anderen, geologisch bedingten Gründen. Überall dort, wo Sulfat- oder Salzgesteine im Untergrund lagern, können diese im Laufe von Jahrtausenden oder Jahrmillionen durch fließendes Grundwasser aufgelöst werden. Die sich dann unterirdisch bildenden Hohlräume stürzen im ungünstigsten Fall irgendwann ein. Insgesamt haben die Wissenschaftler des Geologischen Dienstes in Nordrhein-Westfalen seit Beginn der entsprechenden Kartierungen 2684 Erdfälle nachgewiesen.
Seit Anfang Dezember des vergangenen Jahres informiert der Geologische Dienst auf seinem Internetportal "Gefährdungspotentiale des Untergrundes in NRW" darüber, wo welche Risiken in der Tiefe lauern. Bürger können dort mit Hilfe von Karten feststellen, wie gefährdet ihre Region ist. Verzeichnet sind dort die Gefährdungspotentiale in Bezug auf die Bereiche "Bergbau", "Methanausgasung", "Verkarstung/Auslaugung" und "Erdbeben". Noch in diesem Jahr sollen "aktive Bewegungen im Untergrund" hinzukommen. Bislang haben 120.000 Bürger den Informationsservice genutzt, der besonders für Bauherren bei der Wahl ihres Grundstückes interessant ist.
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