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Missbrauchsskandal
Bayerisches Landheim Schondorf betroffen

Missbrauch-Skandal an der Odenwaldschule
Missbrauch-Skandal an der Odenwaldschule FOTO: ddp
Frankfurt am Main (RPO). In den Skandal um sexuellen Missbrauch an Schulen ist nach Medieninformationen auch das Landerziehungsheim Schondorf in Bayern verwickelt.

Wie die "Frankfurter Rundschau" unter Berufung auf den ehemaligen Internatsleiter Rolf Mantler berichtet, gab es in der Schule am Ammersee sexuelle Übergriffe durch mindestens einen Pädagogen. Mantler sagte dem Blatt, im Jahr 1994 hätten sich die Eltern eines Schülers an ihn gewandt, weil sie eine gravierende "Wesensveränderung" ihres Sohnes bemerkt hätten.

Nach intensiven Gesprächen habe der "begründbare dringende Verdacht" bestanden, dass der Junge von einem Lehrer für Deutsch und Religion sexuell missbraucht worden sei, sagte Mantler der Zeitung. Der Lehrer sei daraufhin sofort entlassen worden. Andere vergleichbare Übergriffe habe es in seiner Amtszeit jedoch nicht gegeben, sagte der frühere Leiter des Landerziehungsheims.

Die in der Vereinigung der Deutschen Landerziehungsheime zusammengeschlossenen Internatsleiter wollten dem Bericht zufolge am Donnerstag in Frankfurt über den Missbrauchsskandal beraten. Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtete, gehören zu der Vereinigung insgesamt 21 Internate, darunter auch die Odenwaldschule in Hessen. An der Reformschule waren Anfang März ebenfalls Missbrauchsfälle durch mehrere Pädagogen bekannt geworden. Die Schule spricht bislang von gut 20 Betroffenen, hält aber eine größere Zahl für möglich.

(AFP/das)
 
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