kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Reinhard Marx Erzbischof München, Panorama, AP 2010-0318
  Foto: AP, AP
Kommentare ()

Missbrauchsfälle in der Kirche: Bayerns Bischöfe setzen auf Justiz

zuletzt aktualisiert: 18.03.2010 - 14:59

Bad Staffelstein (RPO). Die bayerischen Bischöfe wollen bei der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen gegen Geistliche künftig verstärkt mit der Justiz zusammenarbeiten und bei jedem Verdachtsfall die Staatsanwaltschaft informieren. Unterdessen gibt es neue Verdachtsfälle auf Missbrauch im Bistum Speyer.

Der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz, Münchens Erzbischof Reinhard Marx, sprach sich am Donnerstag im Wallfahrtsort Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein dafür aus, die geplante Meldepflicht auch in die Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz einzuarbeiten.

Zugleich solle die Prävention gestärkt werden. "Ich empfinde es als Auftrag, bei der Prävention in manchen Punkten nun auch voranzugehen", betonte Marx zum Abschluss von dreitägigen Beratungen der bayerischen Bischöfe. Er kündigte an, dass den Opfern nun auch über die gesetzliche Pflicht der Täter hinaus Hilfe gewährt werden solle. Dabei schloss er auch finanzielle Unterstützung nicht aus: "Den Opfern soll Gerechtigkeit widerfahren." Dies gelte auch dann, wenn die Übergriffe eigentlich schon verjährt seien. Es gebe schließlich eine "moralische Verpflichtung", sagte der Erzbischof von München und Freising.

"Den Opfern soll Gerechtigkeit widerfahren"

Marx sprach von einem "Schaden", der der Kirche entstanden sei. Dieser "Schaden" gehe von den Tätern aus. Deswegen sei die Empörung bei den Bischöfen und den Gläubigen groß. "Wir müssen nun Schritt für Schritt Wege der Aufklärung gehen und dieses durchleiden." In der Zukunft wolle man es aber besser machen. "Hundertprozentig alles sicher machen, das wird nicht gehen - aber wir können uns hundertprozentig anstrengen", sagte der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz. Vor allem bei der Auswahl der kirchlichen Mitarbeiter wolle man künftig noch genauer hinsehen.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick forderte eine "Kultur des Hinschauens und der Achtsamkeit". Dann entstünden auch keine Tabuzonen, in denen sich Missbrauch ereignen könne. Dass dies gelinge, dafür wollten die bayerischen Bischöfe sorgen, damit die Kirche einen Neubeginn wagen könne.

Bereits am Morgen hatte Schick bei einem Gottesdienst gefordert, dass von der Frühjahrsversammlung der bayerischen Bischöfe "ein Aufbruch" ausgehen müsse. "Die Missbrauchsfälle, die Übergriff und das Schlagen und Prügeln in der Kirche sind beschämend und erschreckend", betonte der Bamberger Erzbischof. Daher sei nun wahre Buße und wahrhaftige Bekehrung erforderlich. Die Kirche dürfe dabei aber nicht in "Lethargie verharren".

"Tiefe Betroffenheit und Scham"

In ihrer Abschlusserklärung äußerten die bayerischen Bischöfe erneut ihre "tiefe Betroffenheit und Scham" über die Missbrauchsfälle in ihren Diözesen. Oberste Priorität habe die Suche nach der Wahrheit und die Schaffung einer offenen Atmosphäre, die die Opfer ermutige, das auszusprechen, was ihnen angetan wurde. In all ihren Bestrebungen im Kampf gegen Missbrauch wüssten sich die bayerischen Bischöfe durch Papst Benedikt XVI. bestärkt. Dieser weise seit Jahren "unermüdlich darauf hin, dass es gegenüber dem sexuellen Missbrauch keine Toleranz geben darf".

Marx widersprach ferner der These, dass ein ehelos lebender Mensch, wie ein katholischer Priester, eher zu pädophilen Handlungen neige. Dies sei eine "abenteuerliche Aussage".

An den Beratungen der Freisinger Bischofskonferenz nahmen die Bischöfe der sieben bayerischen Diözesen sowie die Bischöfe des Bistums Speyer teil.

Verdacht auf Missbrauchsfälle im Bistum Speyer

Im Bistum Speyer sind Missbrauchsvorwürfe gegen zwei katholische Priester laut geworden. Wie das Bistum am Donnerstag auf Anfrage erklärte, meldete sich eine Frau, die als Kind von einem Pfarrer im Religionsunterricht unsittlich berührt wurde. Zudem habe sich ein Hinweisgeber gemeldet, der Zeuge eines weiteren sexuellen Missbrauchs gewesen sein will.

Wie Bistumssprecher Richard Schultz mitteilte, sollen sich die Vorfälle in den 60er Jahren ereignet haben. Der von der Frau beschuldigte Pfarrer sei bereits verstorben. Der zweite Geistliche sei von dem Zeugen noch nicht namentlich benannt worden. Ein Gespräch mit dem Beauftragten des Bistums für Missbrauchsfälle sei vereinbart.


Quelle: DDP/felt

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Die Bundesanwaltschaft hat zwei weitere mutmaßliche Unterstützer der terroristischen Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) ... mehr 

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

Drei Wochen nach Schüssen auf Ex-Freundin

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

Knapp drei Wochen nach lebensgefährlichen Schüssen auf eine 24-Jährige im niedersächsischen ... mehr 

mehr Panorama
Aus der Region

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Drei Wochen nach Schüssen auf Ex-Freundin

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

Energiewende macht Elektrizität teuer

200.000 Hartz-IV-Empfänger ohne Strom

Tragischer Unfall am Bahnhof

Reisende von Wasserschlauch erschlagen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Mehr Panorama Deutschland

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Die Bundesanwaltschaft hat zwei weitere mutmaßliche Unterstützer der terroristischen Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) freigelassen. Die Haftbefehle gegen Carsten S. und Matthias D. seien aufgehoben worden. mehr

 

Drei Wochen nach Schüssen auf Ex-Freundin

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

 

Energiewende macht Elektrizität teuer

200.000 Hartz-IV-Empfänger ohne Strom

 

Tragischer Unfall am Bahnhof

Reisende von Wasserschlauch erschlagen

 

"Auszehrung und Flüssigkeitsmangel"

Kleinkind stirbt an Verwahrlosung

 

Gewaltverbrechen in Bottrop

Bandidos-Rocker in Waldstück erschossen

Top-Services
 
Mehr Panorama
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Bei einem heftigen Erdbeben in Norditalien sind .. mehr 
 
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Wieder erschüttert ein schweres Erdbeben Italien
Bei einem heftigen Erdbeben in Norditalien sind ..
mehr 
Süßes Elefantenmädchen spielt Fußball wie ein Profi
Süßes Elefantenmädchen spielt Fußball wie ein Profi
Wer braucht schon Robben, Beckham, Ballack und ..
mehr 
Bilder des Tages
Bilder des Tages
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Hier ..
mehr 
Groß-Razzia gegen Hells Angels in Norddeutschland
Groß-Razzia gegen Hells Angels in Norddeutschland
Mit einem Großaufgebot sind Staatsanwaltschaft ..
mehr 
Gasexplosion zerstört Haus in Bremerhaven
Gasexplosion zerstört Haus in Bremerhaven
Bei einer Gasexplosion in Bremerhaven ist ein ..
mehr 
Red Bull Flugtag: Tollkühne Piloten in fliegenden Kisten
Red Bull Flugtag: Tollkühne Piloten in fliegenden Kisten
Hobby-Piloten werfen sich am Pfingstmontag mit ..
mehr 
Deutsches Mädchen in Bosnien als Sklavin gehalten
Deutsches Mädchen in Bosnien als Sklavin gehalten
In Bosnien ist ein deutsches Mädchen acht Jahre ..
mehr 
Die schönsten Balkone unserer Leser
Die schönsten Balkone unserer Leser
Wir hatten unsere Leser gebeten, uns Bilder ..
mehr