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Bayreuther Festspiele
Merkel trotzt ganz in Bronze dem herbstlichem Wetter

Festspiele in Bayreuth: Merkel trotzt in Bronze dem herbstlichem Wetter
Bayreuth. Wagner-Fans, Prominente und Schaulustige pilgern wieder zum Grünen Hügel: Die Bayreuther Festspiele beginnen. Kanzlerin Merkel hat sich dieses Mal für ein Ensemble in Bronze entschieden. Nur das Wetter spielt nicht mit. 

Bei Dauerregen und herbstlichen Temperaturen sind die 106. Bayreuther Festspiele eröffnet worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trug ein bronzefarbenes Ensemble aus langem Rock und Blazer samt passender Handtasche. Sie wurde von ihrem Mann Joachim Sauer begleitet. Königin Silvia von Schweden kam in einem langen, dunkelblauen und mit Pailletten besetzten Kleid. Die Ehefrau von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), Karin Seehofer, hielt ihr einen Regenschirm auf dem Weg über den roten Teppich. Der Regierungschef selbst begleitete Schwedens König Carl Gustaf.

Mehrere Hundert Schaulustige ließen sich von dem schlechten Wetter nicht abschrecken. Auf dem roten Teppich vor dem Festspielhaus jubelten sie unter anderem Schauspielern wie Harald Krassnitzer (bekannt aus der Krimireihe "Tatort") und Ann-Kathrin Kramer sowie Ex-Skirennläuferin Rosi Mittermaier mit Ehemann Christian Neureuther zu. Adelige Akzente setzten auch Gloria Fürstin von Thurn und Taxis und aus dem Hause Wittelsbach Franz Herzog von Bayern. Auch zahlreiche Politiker ließen sich den Beginn der Festspielwochen nicht entgehen, unter anderem Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) und mehrere Minister aus Bayern.

Aufgeführt wird die Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" in einer Neuinszenierung unter der Regie von Barrie Kosky. Es ist Richard Wagners einzige heitere Oper auf die Bühne. Das Stück feierte 1868 in München Premiere. Anders als die anderen späten Wagner-Opern haben die "Meistersinger" keinen mythologischen Hintergrund. Die Oper wurde jedoch bereits im 19. Jahrhundert politisch von den Deutschnationalen vereinnahmt. Die Nationalsozialisten deuteten das Werk in ihrem Sinn, es wurde bei Reichsparteitagen in Nürnberg aufgeführt.

Grüner Hügel dieses Mal ohne Skandal

Im Unterschied zu früheren Jahren erscheint der Grüne Hügel in diesem Jahr als skandalfreie Zone. Geht es nach Festspielleiterin Katharina Wagner und Premierendirigent Philippe Jordan, steht der Spaß im Vordergrund. "Wir hatten eine super Probenzeit", sagte Wagner am Montag. Jordan ergänzte: "Wir haben wahnsinnig viel Spaß – mit einer tollen Besetzung, einem tollen Regisseur, vom Orchester brauche ich gar nicht zu reden, die Musiker kennen und lieben diese Musik."

Die Aufführung sollte nach Angaben der Organisatoren außerdem zeitversetzt in 140 Kinos bundesweit übertragen werden. Die Bayreuther Festspiele dauern bis Ende August, auf dem Programm stehen wie immer Aufführungen zahlreicher Werke Wagners. Rund 58.000 Karten wurden verkauft. Neben den "Meistersingern" stehen in dieser Festspielsaison "Tristan und Isolde", "Parsifal" und der vierteilige "Ring des Nibelungen" auf dem Spielplan. Das kulturelle Großereignis wird auch dieses Jahr von strengen Sicherheitsmaßnahmen begleitet.

(wer/dpa/afp)
 
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