Hochwasser in Sachsen: Behörden rechnen mit steigenden Pegeln
zuletzt aktualisiert: 28.09.2010 - 19:45Dresden (RPO). In einigen Regionen Sachsens wird wegen des Dauerregens mit weiter steigenden Flusspegeln gerechnet. In Boxberg an der Schwarzen Schöps im Landkreis Görlitz könnte die höchste Alarmstufe 4 in der Nacht zum Mittwoch überschritten werden, wie eine Sprecherin des Landeshochwasserzentrums in Dresden mitteilte.
Nach Angaben des Katastrophenstabs droht die Talsperre Quitzdorf bei Niesky überzulaufen. Der Abfluss von Wasser werde dort automatisch geregelt. "Wir haben keinen Einfluss darauf", sagte eine Sprecherin. Fünf Gemeinden am Unterlauf seien informiert worden. Es wurde mit überfluteten Straßen und Kellern gerechnet.
In Rothenburg im Landkreis Görlitz musste am Dienstagabend ein an der Neiße liegendes Wohnheim für Behinderte evakuiert werden. Die rund 200 Bewohner wurden in Einrichtungen in Weißwasser, Niesky und Rothenburg untergebracht. Nach Angaben des Krisenstabes gab es angesichts aufgeweichter Deiche Sicherheitsbedenken.
Hochwasser-Alarmstufen
Stufe 1 (Wasserstandsmeldedienst): Pegel werden in bestimmten Zeitabständen gemessen, Deiche und Kaimauern überprüft.
Stufe 2 (Kontrolldienst): Schutzanlagen werden täglich kontrolliert.
Stufe 3 (Wachdienst): Deiche werden rund um die Uhr bewacht, beschädigte Dämme repariert und mit Sandsäcken verstärkt.
Stufe 4 (Katastrophenabwehr Hochwasser): Evakuierungen werden vorbereitet und die Deiche bei Bedarf erhöht.
Für die Elbe erwarten die Behörden ebenfalls weitere Wassermassen. In Schöna sei die Alarmstufe 4 nicht ausgeschlossen. In Dresden und Riesa könnte in der Nacht zum Mittwoch die Alarmstufe 3 ausgerufen werden. In der Landeshauptstadt könnte zudem das Terrassenufer für den Verkehr gesperrt werden. Grund sind stark steigende Pegel auf tschechischer Seite. Der Schiffsverkehr wurde bereits eingestellt.
In Görlitz kann es nach den ergiebigen Regenfällen zu Beeinträchtigungen des Trinkwassers kommen. Das betreffe das gesamte Versorgungsgebiet der Stadtwerke Görlitz, teilte die Stadt mit. Trinkwasser sollte deshalb abgekocht werden. Für die Zubereitung von Mahlzeiten für Säuglinge wurde abgepacktes Wasser empfohlen.
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