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Eine Leserin erzählt bei OPINIO: Beinahe auf der Gustloff

VON UWE FELTEN UND PHILIPP STEMPEL - zuletzt aktualisiert: 04.03.2008 - 15:00

Düsseldorf (RPO). Der Untergang der Wilhelm Gustloff. Die ZDF-Serie hat uns das Schicksal der Opfer in Erinnerung gerufen. Andere hatten Glück. Unsere Leserin Gisela Nickold berichtet von so einer glücklichen Fügung. Fast wäre auch ihr Mann auf dem Flüchtlingsschiff gelandet.

Nickold, die in unserem Leserportal OPINIO unter dem Namen "gisa nick" schreibt, erzählt wie von der Familie ihrer Schwiegermutter. Sie lebte mit ihren drei Kindern Ute (4), Klaus (3) und Karin (1 1/2) in Ramel-Sagosch/Westpreußen, in der Nähe von Gotenhafen (heute Gdynia). Auch den Hund Senta erwähnt sie. Ende 1944 war der Mann der Familienmutter gefallen. Sie steht jetzt allein vor der schweren Aufgabe, das Leben ihrer Kinder vor den immer näher heranrückenden russischen Soldaten zu schützen.

30. Januar 1945, 13 Uhr. Die Gustloff legt ab. Insgesamt dürften sich rund 10.300 Menschen auf ihr befunden haben: etwa 8800 Zivilisten, davon eine große Zahl Kinder, sowie ca. 1500 Wehrmachtsangehörige, darunter zahlreiche Verwundete, mehrheitlich aber rund 340 Marinehelferinnen und 918 Marinesoldaten der 2. U-Boot-Lehrdivision, die von Kiel aus erneut in den Kriegseinsatz gehen sollten.

Diese Aufnahme zeigt Klaus Nickold als Dreijährigen mit seinen Geschwistern und seiner Mutter Elisabeth. Foto: Leserbild Gisa Nick

Fast wäre auch der kleine Klaus mit seinen Geschwistern und der Mutter dabei gewesen.

Ein junger Soldat hatte der Mutter kurz vor dem Ablegen der Gustloff einen Platz für sie und die Kinder auf der Gustloff angeboten. Eine Fluchtmöglichkeiten in den sicheren Westen. Wider besseren Wissens lehnte sie ab. Sie entging damit vermutlich dem sicheren Tod durch den russischen Torpedo. Durch eine unerklärliche Entscheidung  rettete sie das Leben ihrer Kinder.

Schicksal? Fügung? Ein Bauchgefühl, welches die Frau zu dieser Entscheidung brachte? Nickold weiß es nicht. Sie weiß nur: Hätte die Schwiegermutter damals das Angebot wahrgenommen und wäre mit ihren drei Kindern an Bord des Schiffes gegangen – es würde ihre heutige Familie nicht geben. Denn ihr Mann war einer der drei kleinen, vaterlosen Kinder.

Die ganze Geschichte von "gisa nick" können Sie bei OPINIO nachlesen. Nickold erzählt dort im O-Ton aus der Kindheit ihre Mannes. Haben auch Sie ähnlich dramatische Stunden erlebt? Haben auch Sie Erinnerungen, die Sie bewegen? Dann schreiben Sie darüber bei OPINIO.

>>> Hier geht's zum Leserportal OPINIO.


 
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