Nach Dioxin-Skandal: Belastetes Futterfett länger im Umlauf
zuletzt aktualisiert: 03.02.2011 - 11:58Bielefeld (RPO). Mit Dioxin belastetes Futterfett ist möglicherweise schon seit mehreren Jahren von der Firma Harles und Jentzsch im schleswig-holsteinischen Uetersen hergestellt und bundesweit an Futtermittelhersteller geliefert worden.
Nach einem Zeitungsbericht ist es nicht auszuschließen, dass der niederländische Händler Olivet zumindest 2009 technische Mischfettsäure, die nicht für die Futtermittelherstellung geeignet ist, an Harles und Jentzsch verkaufte.
Diese Mischfettsäure stammte aus Anlagen zur Biodiesel-Produktion der Petrotec AG in Emden. Seit der Inbetriebnahme 2008 sei technische Fettsäure an Olivet verkauft worden, schrieb das Bielefelder "Westfalen Blatt".
Die Ware sei auch an Harles und Jentzsch vermittelt worden. Für den Transport seien Tanklastzüge der Spedition Lübbe im niedersächsischen Bösel eingesetzt worden. Der Zeitung zufolge befand sich dort eine illegale Mischanlage zur Herstellung von Futterfett.
Es bestehe der Verdacht, dass in Bösel über längere Zeit systematisch minderwertige technische Mischfettsäure zu teurem Futterfett verarbeitet worden sei. Der Erlös für eine Tonne Industriefett liege bei 500 Euro, eine Tonne Futterfett bringe das Doppelte ein. Derzeit würden die Lieferströme zwischen Petrotec, Olivet sowie Harles und Jentzsch von den Staatsanwaltschaften Itzehoe und Oldenburg untersucht.
Rückstellproben von Fettsäuren aus den Jahren 2008 und 2009 gebe es nicht, weil sie bloß sechs Monate aufbewahrt werden müssten. Die erste mit Dioxin belastete Probe stammt aus dem März 2010.









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