Angst vor Hooligans: Berlin erwägt zur WM 2006 Grenzkontrollen
zuletzt aktualisiert: 14.03.2005 - 06:31Berlin (rpo). Die Bundesregierung will die Einreise ausländischer Hooligans nach Deutschland zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 verhindern. Es sei durchaus möglich, dass man zur WM 2006 an den Schengener Binnengrenzen vorübergehend wieder reguläre Grenzkontrollen einführe, teilte das Bundesinnenministerium auf Anfrage mit.
Man werde zu gegebenem Zeitpunkt aufgrund der Sicherheitslage über ein Aussetzen des Schengener Abkommens entscheiden. "Wir werden sehr genau darauf achten, wer zur WM in unser Land kommt", hieß es weiter.
Ungeachtet dessen streiten 15 Monate vor der WM Polizei und Fan-Experten über das von Hooligans ausgehende Sicherheitsrisiko. Der Leiter der Koordinationsstelle Fan-Projekte (KOS), Thomas Schneider, schätzt die Bedrohung durch Terrorismus "wesentlich höher" ein. "Die Hooligan-Szene ist tot", sagte der Sozialpädagoge in einem ddp-Gespräch.
Der Fan-Soziologe Gunter Pilz schätzt die Situation dagegen nicht so friedlich ein. "In den letzten Monaten beobachten wir eine zunehmende Abkehr der Ultras von ihrem selbst gesetzten Anspruch der Gewaltlosigkeit, hin zu einem offenen Bekenntnis zur Gewalt", betonte der Fan-Forscher. Vor allem die "sehr gewaltbreite" Szene in Ostdeutschland bereite ihm Kopfzerbrechen.
Diese Einschätzung teilt auch die Zentrale Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS), die für die Koordination der Polizeiarbeit bei Fußballspielen zuständig ist. Die ZIS hat eigenen Angaben zufolge bundesweit derzeit rund 7.000 Fans der Kategorien B (gewaltbereit) und C (gewaltsuchend) in ihrer Fan-Kartei.
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